Ärztemangel trotz steigender Beschäftigtenzahlen

Nach dem Studium beginnt für die meisten Medizinstudenten mit der ersten Stelle als Weiterbildungsassistent der Ernst des Lebens. Hat man sich für eine Fachrichtung entschieden, geht es oftmals in einem Krankenhaus los, bei manchen auch in einer Arztpraxis. Bei der Suche nach der ersten Stelle wird häufig auf Erfahrungen von Freunden und Bekannten vertraut, manch einer studiert auch Erfahrungsberichte im Internet.

Zwar steigt die Anzahl der beschäftigten Ärzte in Deutchland an, 2015 waren 189.622 in Krankenhäusern und 150.106 im ambulanten Bereich tätig. Jedoch steigt Studien zufolge der Bedarf aufgrund steigender Untersuchungszahlen stärker und so werden immer wieder von verschiedenen Organisationen und Verbänden mehr Investitionen in das Personal und die Ausbildungsmöglichkeiten gefordert. Trotz dieser Entwicklungen gibt es derzeit in Deutschland pro Jahr nur ca. 10.000 Studienplätze in der Humanmedizin. Vor der Wiedervereinigung 1990 waren es immerhin noch rund 12.000.

Neue Prioritäten der Generation Y

Unter den jungen Ärzten scheint es zudem einen neuen Trend zu geben: Die seit Jahrzehnten extremen Arbeitsbelastungen in der Patientenversorgung möchten sie nicht mehr einfach so hinnehmen. Umfragen zufolge räumt die junge Generation vor allem der Vereinbarkeit von Beruf und Familie einen deutlich höheren Stellenwert ein als das früher der Fall war. Hoch im Kurs steht bei jungen Medizinern außerdem der Wunsch nach flexiblen und geregelten Arbeitszeiten. Teilzeitstellen werden immer beliebter bei der sogenannten Generation Y. Immer selbstbewusstere Ärzte möchten die oftmals unvergüteten Überstunden nicht mehr ohne Widerworte hinnehmen. Des Weiteren sorgt der immer weiter wachsende Anteil an Ärztinnen für notwenige Neuerungen im Bereich der Arbeitszeitmodelle und der Vereinbarkeit des Arztberufs mit einem Kinderwunsch.

Durch den steigenden Bedarf an Ärzten und die vielfältigen neuen Anforderungen an beliebte Arbeitsstellen gibt es immer mehr Stellenbörsen für Mediziner im Netz. Dabei können sowohl die Arbeitssuchenden nach Festanstellungen oder Honararvertretungen suchen als auch die Krankenhäuser und Praxen selbst. Die Ärztevermittlung richtet sich dabei natürlich nicht nur an Deutsche. Da der Bedarf an Ärzten vor allem auf dem Land nicht nur von Einheimischen gedeckt werden kann, kommen auch immer mehr Mediziner aus dem Ausland nach Deutschland. Die größte Zahl ausländischer Ärzte kommt aus Rumänien (4.062), Griechenland (3.017) und Österreich (2.573), gefolgt von Syrien (2.149).

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