Das Hormon Leptin wirkt doch

Übergewichtige sind in der Regel nicht empfindlich in Bezug auf das Hormon Leptin, das Übergewicht verhindert und obendrein Fett reduziert. Forschern und Wissenschaftlern ist es gelungen, eine solche Hürde zu überwinden und haben eine Lösung gefunden. Vor knapp zehn Jahren trafen Molekularbiologen zum aller ersten Mal auf das sogenannte Hormon Leptin. Es hatte den Anschein, dass nun ein Wundermittel in Bezug auf das Übergewicht entdeckt worden sei. Es ist nämlich so, dass das Hormon Einfluss auf den Fettstoffwechsel hat und zugleich als Appetitzügler agiert. Jedoch entpuppte sich das nobelpreisverdächtige Phänomen schnell als Reinfall. Die meisten Studien, die damals zu dem Thema durchgeführt worden sind, ergaben, dass speziell übergewichtige Menschen auf das Leptin Hormon keinerlei Reaktion zeigten. In der Umgangssprache bezeichnet man diesen Fall als Leptin-Resistenz.

Wichtig für einige Prozesse im Körper ist Leptin

Das Hormon wurde zum aller ersten Mal 1994 in adipösen Mäusen erforscht. Produziert wird das Hormon in unserem Fettgewebe und verhindert fast vollständig die Nahrungsaufnahme in unserem Gehirn. Wenn also die Energiespeicher recht gut aufgefüllt sind, wird so die Produktion von Leptin angefeuert und der Hunger wird deutlich gesenkt, was wiederum dazu führt, dass sich unsere Fettspeicher wieder entleeren und man dadurch an Gewicht verliert. Durch eine Veränderung im Erbgut kann es passieren, dass das Hormon erst gar nicht erzeugt werden kann und somit das Gehirn das Sättigungssignal nicht empfängt. Das hat ganz klar zur Folge, dass ungehindert Nahrung zu sich genommen wird. Dadurch entwickelt sich starkes Übergewicht. Es werden auch andere Abläufe, die in Zusammenhang mit dem Energiehaushalt des Körpers stehen, durch das Hormon gesteuert, wie beispielsweise der Fett- und Zuckerstoffwechsel, das Immunsystem, die Entwicklung in der Pubertät und im voranschreitendem Alter bei Erwachsenen dann sogar die Fruchtbarkeit.

Für Leptin sensibel machen

Wissenschaftler einer Klinik im Süden von Boston gelang es endlich, das Gehirn für das Hormon punktgenau zu sensibilisieren. Ihnen ist es gelungen, die sogenannte Leptin-Resistenz zu durchbrechen. Die Wissenschaftler setzten eine Studie mit Labormäusen auf, die zum größten Teil leptinresistent und übergewichtig waren. Die Wissenschaftler konnten nachverfolgen, in welchen Teilen des Gehirns, bestimmte Abläufe daran Schuld haben, dass das Hormon Leptin dessen Wirkung nicht vollkommen nutzen kann. Die Forscher verabreichten den Mäusen aus den Tests zwei unterschiedliche chemisch belastete Proteine, die die Bezeichnung Chaperone aufweisen. Das Endergebnis dieses Versuches war, dass die Leptin-Sensibilität gesteigert wurde. Dieses belastete Protein sorgte dafür, dass die Wirkung um das Zehnfache anstieg. Das sorgte wiederum dafür, dass die extrem übergewichtigen Labormäuse in recht kurzer Zeit Fett abbauten. Die Studie gibt also Hoffnung in Bezug auf die Behandlung von Übergewicht.

Beschädigte Hormone ohne Wirkung

Eine endokrinologische Forschergruppe führte in Partnerschaft mit dem Institut für Toxikologie und Pharmakologie des Universitätsklinikums massenweise Experimente durch. Im Nachhinein konnte gezeigt werden, dass das beschädigte Hormon Leptin im Fettgewebe des Patienten hergestellt und direkt ins Blut übertragen wird, allerdings an den Organen wenig bis keinerlei Wirkung zeigte. Die Leiterin des Forschungsteams Frau Dr. Pamela Fischer-Posovszky: „Das beschädigte Hormon ist nicht in der Lage eine Reduktion der Aufnahme von Nahrung zu erreichen. Das gesunde, normale Hormon hingegen führt zu einer rasanten und erfolgreichen Gewichtsreduktion.“

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