Das Medizinstudium: Eine kostspielige Ausbildung

Das Medizinstudium gehört mit einer Regelstudienzeit von 12 Semestern in Deutschland zu den längsten Studiengängen. Viele Studenten brauchen für die Promotion oder eine spezielle Vorbereitung auf ein Staatsexamen nochmal ein oder zwei Semester länger. Zwar gibt es an öffentlichen Universitäten in Deutschland keine Studiengebühren mehr, aber trotzdem kommt in diesen 6-7 Jahren einiges an Semestergebühren und Lebenshaltungskosten zusammen. Zumal die meisten Studenten das Medizinstudium aufgrund der zentralen Studienplatzvergabe nicht unbedingt an ihrem Heimatort aufnehmen können und deshalb gezwungen sind umzuziehen.

Viele Studenten sind auf Nebenjobs angewiesenNicht jeder hat das Glück von den Eltern finanziell unterstützt zu werden. Eine kleine Finanzspritze kann man erhalten, wenn man nicht mehr benötigte Medizinbücher verkauft. Ansonsten ist man allerdings eindeutig auf andere Finanzierungsmöglichkeiten angewiesen. Viele Medizinstudenten arbeiten in Teil- oder Vollzeit, um sich das Geld für das Studium zu verdienen. Das geht, solange man keine Pflichtveranstaltungen hat. Wenn der universtitäre Stundenplan allerdings dazwischen funkt, muss man sich andere Wege suchen. Meistens kommt das zum ersten Mal nach ein paar Semestern vor, wenn man zum Beispiel für das Physikum lernt oder das Pflegepraktikum ableistet. Spätestens aber bei Absolvieren der notwendigen Famulaturen oder im Praktischen Jahr (PJ), dem letzten Studienjahr, steht es um den Geldbeutel der meisten Studenten nicht mehr gut. Die 250-400 Euro, die Studenten an manchen Krankenhäusern im PJ erhalten, sind dabei nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein, bedenkt man die horrenden Mietpreise in den meisten deutschen Städten.

Viele Parteien, Kirchen und Organisationen bieten attraktive Stipendien für Studenten an. Die Anforderungen für diese Art der finanziellen Unterstützung gehen teilweise weit auseinander. So gibt es Programme, die jedes Jahr mehr Plätze anbieten als es Bewerber gibt. Auf der anderen Seite ist der Bewerbungsprozess für beliebte Stipendien häufig mit Assessment-Center-ähnlichem Aufwand verbunden. Einige Stipendien beinhalten monatliche Büchergutscheine, andere bieten mehrere tausend Euro pro Semester.

Außerdem können manchmal auch finanzstarke Freunde bei Geldproblemen weiterhelfen. Das Geld lässt sich meist direkt in den ersten Arbeitsjahren nach dem Studium wieder zurückzahlen. Daneben gibt es die Möglichkeit einen Studienkredit aufzunehmen wie bei der KfW-Bank oder anderen größeren Geldinstituten. Medizinstudenten gehören dabei unter den Studierenden zu den beliebteren Kreditnehmern und sollten die ihnen angebotenen Kredite vergleichen, um das optimale Angebot zu finden.

Wichtig ist in jedem Fall, dass man nicht verzagt und überschnelle Entscheidungen trifft. Bevor man das Studium an den Nagel hängt, gibt es eine Fülle von Möglichkeiten, die einem helfen können.

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