Hanf – eine vielseitige Pflanze

Cannabis hat ein vielseitiges Wirkspektrum und dient seit Jahrtausenden als Nutzpflanze.Schon seit Jahrtausenden nutzen Menschen die verschiedenen Eigenschaften der Hanfpflanze. Sowohl die Chinesen als auch die Europäer im Mittelalter erkannten die Möglichkeit aus Hanf Seile oder auch Kleiderung herzustellen. Mit dem 20. Jahrhundert kam der Hanfanbau allerdings in der westlichen Welt nahezu komplett zum Erliegen, da man nun auch synthetische Fasern fertigen konnte und diese zumeist deutlich billiger in der Produktion waren. Lediglich die psychoaktive Wirkung des THC in Haschisch und Marihuana bekam durch die Hippie-Bewegung deutlich mehr Aufmerksamkeit.

Die getrockneten Blätter und Blüten werden natürlich auch heutzutage noch als Droge verwendet. Gerade junge Menschen rauchen Marihuana und Haschisch, indem sie sich zum Beispiel in einem Growshop eine Bong kaufen oder sich einen Joint rollen. Mit rund 183 Millionen Konsumenten bleibt Marihuana die am meisten konsumierte Droge der Welt. Marokko und Afghanistan gehören dabei zu den Hauptexportländern von Cannabis (wissenschaftlicher Name für Hanf). In den letzten Jahrzehnten sind aber auch weitere Verwendungsmöglichkeiten für die Nutzpflanze in der Öffentlichkeit angekommen.

So kann man aus Hanf auch ein wohlschmeckendes Speiseöl pressen oder diese Öle auch zur Massage verwenden. Wie schon vor hunderten und tausenden Jahren, werden auch heute wieder einige Kleiderstücke aus Hanffasern gefertigt. Auch in der Papierindustrie oder beim Bau und der Isolation von Häusern hat man die enormen Möglichkeiten der Pflanze erkannt.

Ganz besondere Aufmerksamkeit hat Cannabis aber vor allem durch die Möglichkeit der medizinischen Nutzung des THCs (Wirkstoff der Hanfpflanze) erfahren. Zwar fehlen bei weiten Teilen des möglichen Wirkspektrums des Arzneimittels noch verlässliche Studien, aber bereits jetzt ist die positive Wirkung von Cannabis in der Schmerztherapie, bei multipler Sklerose, Übelkeit, Erbrechen und Kachexie gut dokumentiert und nachgewiesen. Tiermodelle erwecken die Hoffnung, dass Hanf aber sogar auch bei Schlafstörungen, Epilepsie, psychischen Erkankungen, entzündlichen Schmerzerkrankungen wir Colitis ulcerosa und Arthritis sowie bei Autoimmunerkrankungen wie Morbus Crohn helfen kann.

All diese Wirkungen und möglichen Einsatzgebiete haben dazu geführt, dass die medizinische Nutzung der Pflanze seit März 2017 in Deutschland legal ist. Gänzlich legalisiert wurde Cannabis mittlerweile sogar in vielen amerikanischen Staaten wie Colorado, Nevada oder Kalifornien. Auch in Kanada wird Hanf im Laufe des Jahres 2018 noch gesetzlich erlaubt werden.

Hanf als Arzneimittel kann auf viele verschiedene Weisen eingenommen werden. Grundsätzlich kann es inhaliert oder oral aufgenommen werden. Wer eine Bong kaufen möchte, um der pulmonalen Aufnahme der Wirkstoffe nachzukommen, kann dies in einem Grow oder Growshop tun. Eine Inhalation ist auch per Rauchen oder Verdampfen in einem Vaporisator möglich. Der große Vorteil des Verdampfens liegt darin, dass keine potenziell schädigenden verbrannten Pflanzenmaterialien eingeatmet werden. Bei oraler Aufnahme der wirkenden Cannabinoide ist eine Steuerung des Wirkeintritts, der Wirkdauer sowie der -stärke deutlich einfacher möglich als bei Inhalation.

Zu den Nebenwirkungen des Canabis gehören neben psychischen Veränderungen und negativen Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System vor allem auch die Gewöhnung, die mit dem regelmäßigen Konsum eintritt. Trotzdem wird es wohl nur noch eine Frage der Zeit sein bis auch in Deutschland das Cannabis gänzlich legalisiert wird.

Bild: Pixabay.com

One Reply to “Hanf – eine vielseitige Pflanze”

  1. So eine reiche Geschichte hat Hanf, nicht gewusst, danke! Die Oma hat mir einmal erzählt, dass Hanf auch bei der Herstellung von Kleidung benutzt wurde, sowie auch gegen Bienensterben, wie eigentlich unser Opa den eingesetzt hat. Danke für die Tipps!

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