Knall mit Folgen – die Achillessehnenruptur

Gerade bei Fussballturnieren, bei denen Untrainierte plötzlich versuchen sportliche Höchstleistungen zu erbringen, kann es zu einer Achillessehnenruptur kommenKaum eine Sehne des menschlichen Körpers reißt so laut wie die Achillessehne, deren Ruptur sich mitunter wie ein Pistolenschuss darstellt und schon so manches Grümpelturnier für den ein oder anderen Teilnehmer jäh beendet hat. Prädisponiert sind Männer im 30. bis 50. Lebensjahr mit unregelmäßiger, dann meist aber exzessiver sportlicher Betätigung. Zugrunde liegen können sowohl eine Sehnendegeneration als auch eine mechanische Überbelastung, die sich zum einen in einer starken Wadenkontraktion (kräftiges Abstoßen beim Lossprinten) oder in einem Sturz nach vorn (zum Beispiel beim Skifahren) ausprägen kann.

Die Patienten berichten meist von einem plötzlich einschießenden Schmerz, der sich zeitgleich mit dem enormen Knall manifestiert, der auch als Schnalzgeräusch imponieren kann. Zur Diagnostik gehören der Wadenkneiftest nach Thompson (eine Plantarflexion ist bei rupturierter Sehne nicht mehr durch das Kneifen in die Wade auszulösen), die Sonographie, durch die die Sehnenstümpfe darzustellen sind als auch eine Röntgenaufnahme, die generell auch bei einem Bänderriss (Schulter, Knie, Sprunggelenk) zum Ausschluss von Knochenbeteiligungen dient.

Ist die Achillessehne gerissen, gibt es eine konservative als auch eine operative Behandlungsmöglichkeit. Bei älteren Patienten, bei denen das Operationsrisiko eventuell zu hoch ist, wird der betroffene Fuß erst einmal in Spitzfußstellung mittels Gips immobilisiert. Nach drei Tagen wird dieser in der Regel wieder entfernt und durch einen Tape-Verband ersetzt, der für weitere drei Wochen angelegt bleibt. Durch eine zusätzliche Schuhabsatzerhöhung kann der Patient den Fuß dann voll belasten. Bei jungen, sportlich aktiven Patienten oder welche mit knöchernem Ausriss der Achillessehne ist immer eine operative Therapie zu wählen. Die rupturierte Sehne kann mit einer Durchflechtungsnaht sowie zusätzlichen Adaptationsnähten versorgt werden. Besteht allerdings eine Abrissfraktur wird offen operativ eine Zugschraube und eventuell eine Zugurtungsschlinge, eine sogenannte Cerclage, eingebracht.

Drei bis sechs Monate nach dem Unfall kann der Fuß dann oft wieder voll belastet werden. der Therapieerfolg hängt nicht zuletzt natürlich auch von den Erfolgen der absolvierten Physiotherapie ab, die konsequent durchzuziehen ist.

Bild: tungphoto / FreeDigitalPhotos.net

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*