Kurzinfo: Hygienemaßnahmen in der Chirurgie

Lebensbedrohliche Infektionskrankheiten begleiten die Menschheit schon immer. Nach wie vor sterben weltweit Millionen von Menschen daran. Kenntnisse über die Klinik, Diagnostik und Therapie von Infektionen gehören daher zum Rüstzeug eines jeden Arztes.

Das Waschen und Desinfizieren der Hände gehört zum Alltag in Kliniken und ArztpraxenZiele aller hygienischer Maßnahmen im medizinischen Alltag ist die Vermeidung der Übertragung von Krankheitserregern auf Patienten und Personal, der Züchtung hochpathogener Keime durch den unüberlegten Einsatz von Antibiotika und nicht zuletzt auch der Verunreinigung von Wunden und dem Operationsgebiet. Die extremen Gefahren und die Letalität nosokomialer Infektionen erfordert die strike Einhaltung bestimmter hygienischer Grundsätze, da nur sie eine ausreichende Infektionsprophylaxe für Patienten und Personal in der Chirurgie gewährleisten. Der Nutzen der standardmäßigen hygienischen Maßnahmen in deutschen Kliniken und Arztpraxen ist weitgehend in Studien bewiesen.

Für jede operative Einheit muss ein Hygieneplan vorliegen. Dieser muss von allen Beteiligten einsichtig im Routinebetrieb umgesetzt werden. Hierzu gehören neben den Standardhygienemaßnahmen wie zum Beispiel der medizinschen Händedesinfektion, die im Umgang mit jedem Patienten selbstverständlich sein sollten, auch die hygienischen Bestimmungen in Untersuchungsräumen und Operationssälen, die Katheterpflege und Isolationsmaßnahmen.

Vor jeder OP unterziehen sich alle direkt beteiligten Personen (Ärzte, Studenten, Schwestern und Pfleger) einer chirurgischen Händedesinfektion, die laut neuere Untersuchungen von bislang einer Minute Vorwaschen (mit Seife) und fünf Minuten Desinfzieren auf einer und drei Minuten reduziert werden kann. Dabei ist die Verwendung von Bürsten nur bei stark verschmutzten Nägeln zu empfehlen, um das Provozieren von Gewebsverletzungen zu vermeiden.

Die präoperative Waschung des Patienten mit desinfizierenden Seifen hat nicht zu einer Reduktion der Wundinfektionsrate geführt, weshalb darauf verzichtet werden kann. Außerdem konnten Studien belegen, dass durch eine Enthaarung des Operationsfeldes direkt vor der OP keine Senkung der Wundinfektionsrate erzielt werden konnte. Bei starker Behaarung (Kopf, Schamregion) kann eine Enthaarung mithilfe von einmalig verwendeten Trockenrasierern am OP-Tag vorgenommen werden. Hautläsionen werden so auch hier möglichst ausgeschlossen. Die Desinfektion des Operationsfeldes erfolgt dann direkt vor dem Eingriff durch eine 3- bis 5-minütige Wischdesinfektion mit einem flüssigen Desinfektionsmittel (meist jodhaltig). Das Operationsbesteck wird nach jedem Eingriff durch eine Ultraschallreinigung vorgereinigt und anschließend in einem Autoklaven sterilisiert, wie es auf http://www.elma-ultrasonic.com/medizintechnik/krankenhaushygiene.html beschrieben wird.

Diese und weitere festgelegte Standards sind Teil eines Gesamtkonzepts in Einrichtungen der medizinischen Versorgung der meisten Industrinationen, um das Auftreten chirurgischer Infektionen effektiv zu minimieren.

Bild: Sira Anamwong / FreeDigitalPhotos.net

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