Kürzung des Studiums bald auf 5 Jahre?

Die zuständige EU-Kommission hat in der letzten Woche den Vorschlag formuliert, das Medizinstudium europaeinheitlich von derzeit sechs Jahren Regelstudienzeit auf fünf zu verkürzen. Das Mindestmaß an Unterrichtszeit soll unverändert bei 5500 Stunden bleiben.

„Von den 5500 Mindeststunden, die an einer Universität oder unter Aufsicht einer Universität geleistet werden, entfallen 1920 Ausbildungsstunden auf das Praktische Jahr“, erklärt Professor Dieter Bitter-Suermann, Präsident des Medizinischen Fakultätentages. Der Rest des Studiums müsste dann also in 4 statt in wie bisher 5 Jahren umgesetzt werden. Dass dies weder umsetzbar noch wünschenswert ist, dürfte klar sein.

Diese Neuregelung würde das ohnehin schon straffe Studienprogramm weiter verdichten, was zu einer extremen Mehrbelastung für Studenten und Dozenten führen würde. Es könnte dadurch nicht nur zu einer Häufung von Studienabbrüchen kommen. Auch die praktische Lehre würde auf der Strecke bleiben, denn weder das vorklinische Pflegedienstpraktikum noch Famulaturen oder die intensiven Prüfungszeiten zählen in die 5500 Mindeststunden des Medizinstudiums.

Rüdiger Strehl, Generalsekretär des Verbandes der Universitätsklinika mahnt: „“Mit der vorgeschlagenen Verdichtung des Medizinstudiums würde langfristig die Versorgungsqualität abnehmen.“

Auch die Deutsche Hochschulmedizin stellt sich gegen den Vorschlag aus Brüssel und spricht sich für die Fortführung des Medizinstudiums mit einer Dauer von sechs Jahren bei einer Unterrichtszeit von wie bisher 5.500 Stunden aus.

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