Mate: Alternative zu Kaffee und Tee

Wer viel in Bibliotheken oder am heimischen Schreibtisch lernt und arbeitet, wird das Phänomen der Tagesmüdigkeit nur allzu gut kennen. Spätestens nach dem Mittagessen versuchen viele dann der postprandialen Abgeschlagenheit durch eine Kaffepause entgegen zu wirken. Im Zuge der Hipster-Kultur rückte in den letzten Jahren in Europa auch zunehmend ein weiteres aufputschendes Getränk in das Rampenlicht: das Mate Getränk.

Der Mate-Strauch gehört zur Gattung der Stechpalmen und ist vor allem in Südamerika verbreitet. Bereits vor der Kolonialisierung war es vor allem in Brasilien, Paraguay, Argentinien, Uruguay sowie in Teilen Chiles und Boliviens Gang und Gäbe die Mate-Blätter (als Yerba bezeichnet) als Aufgussgetränk zu sich zu nehmen. Dieser Brauch verbreitete sich über die Jahrhunderte allerdings kaum über die Grenzen des Kontinents hinweg. Nur auf den Kanarischen Inseln, in Syrien und im Libanon wurde das Getränk bekannt. Heute hingegen gibt es in Europa und den USA große Getränkekonzerne, die den Tee vermarkten, wodurch vor allem junge Leute erstmals von Mate erfahren haben.

Mate wird traditionell mit einer Bombilla aus einer Kalebasse getrunkenDer Mate-Tee gilt heutzutage in den westlichen Ländern als willkommene Alternative zu den klassischen Heißgetränken Kaffee und Tee. Die Eigenschaften kommen diesen Getränken nämlich auch sehr nahe und so werden dem Mate-Kraut mehrere therapeutische Attribute zugeschrieben. Der Konsum wirkt anregend auf die Nerven, Muskeln und den Stoffwechsel, wirkt harntreibend und fördert die Produktion der Verdauungssäfte und von Schweiß. Außerdem können die enthaltenen Antioxidantien im Körper freie Radikale binden und so das Immunsystem stärken. Die wichtigste Wirkung dürfte aber wohl mit dem hohen Koffeingehalt zu tun haben, wodurch Mate Müdigkeit und Hunger bekämpft.

Grundsätzlich kann Mate sowohl mit kochendem als auch mit kaltem Wasser (in dieser Form wird das Getränk Tereré genannt) aufgegossen werden. Traditionell wird der Mate-Tee in dem Endteil eines ausgehöhlten Flaschenkürbis serviert, der sogenannten Kalebasse. Zum Trinken benutzt man dann in der Regel eine Bombilla, ein Trinkhalm aus Metall, das am unteren Ende eine siebartige Struktur hat, wodurch das Ansaugen von Teepartikeln verhindert werden soll.

Viele Cafés in deutschen Städten bieten Mate-Limonade als Szenegetränk zum Verkauf an. Ansonsten ist Mate als Arzneimittel zugelassen, wird aber auch in Tee-Läden angeboten. Wem Tee oder Limonade nicht schmeckt, kann in größeren Städten wie Berlin oder Hamburg noch ein weiteres Getränk der Mate-Familie probieren. Dort wird seit an manchen Orten nämlich auch Mate-Bier verkauft, zumeist unter der Bezeichnung „Mier“. Wer neugierig ist, sollte das also gerne mal ausprobieren.

Bild: xura / FreeDigitalPhotos.net

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