Rezension: Lernplattform kenHub.com

KenHub.comMittlerweile gibt es wohl kaum noch Studenten, die für das Physikum oder das Hammerexamen nicht online bei verschiedenen Plattformen IMPP-Fragen beantworten und so schneller voran kommen als mit den Büchern der Schwarzen Reihe. Passend zu diesem Trend können Studenten nun aber auch speziell ihr Anatomie-Wissen aufbessern oder testen. Seit fast einem Jahr bietet die Internetseite www.kenHub.com Studenten aus medizinischen Bereichen die Möglichkeit intensiv an anatomischen Grundkenntnissen zu arbeiten. Wir von Medizin-Blog.info haben das Online-Angebot aus diesem Grund einmal unter die Lupe genommen und präsentieren Euch hier die Stärken und Schwächen dieser Plattform im World Wide Web.

Was wird einem geboten?

KenHub.com bietet dem Abonennten ein breites Spektrum an Lernmaterialen rund um die Anatomie des menschlichen Körpers. Der Hauptteil bezieht sich dabei auf die plastischen Abbildungen und die damit verbundenen Trainingsmöglichkeiten. Derzeit kann man wählen zwischen den Bereichen „Untere Extremität“, „Obere Extremität“, „Rumpf“ und „Kopf und Hals“. Die anatomischen Strukturen wie Knochen, Muskeln, Nerven und Gefäße können nicht nur wie in einem Atlas angesehen und somit visuell eingeprägt werden, sondern, und das ist sicherlich die Hauptstärke dieser Lern-Plattform, sie können auch in kleinen Tests abgefragt werden. Dabei werden dann die antomischen Strukturen laut vorgelesen, die man den angebotenen Bildern zuordnen muss. Diese Aufgaben passen sich automatische dem Wissenstand des Users an, indem sie schwerer werden, wenn Fragen richtig beantwortet werden und schwerer, falls zu viel schief läuft. Hinter diesen Prüfungen verbirgt sich dann eine recht aufwendige Statistik, die nicht nur die Zeit und den Erfolg registriert, sondern vor allem auch in regelmäßigen Abständen davon per Mail berichtet und dem Studenten so eine ganz gute Motivation liefert, auch wenn man mal nicht so viel geübt hat.
Neben diesen Tests, dem Kernstück des Programms, bietet kenHub.com eine Reihe von weiteren Artikeln und Lernmaterialien zu verschiedenen anatomischen Gruppen wie beispielsweise der infrahyalen Muskulatur, dem M. gluteus maximus, den 12 Hirnnerven verschiedenen Organen und vielem weiteren. Die Artikel sind dabei meistens in „Anatomie“, „Funktion“ und „Pathologie“ eingeteilt. Außerdem gibt es neben diesen anatomischen Texten auch Artikel zu pathologischen Themen wie der Bandwurminfektion, dem Osteosarkom oder dem Impingement der Schulter.
Das Kapitel der „Lernstragien“ beinhaltet bisher leider nur 2 Artikel, wird aber noch erweitert. Ebenfalls noch im Aufbau befinden sich die Kapitel „Rezensionen von Lernmaterial“ und die vorhandenen Info-Materialien zum Physikum und dem Hammerexamen.

Warum macht es Sinn damit zu lernen und für welche Studenten ist es am besten geeignet?

KenHub.comKenHub.com eignet sich natürlich vor allem für medizinische Ausbildungsberufe und Studenten der vorklinischen medizinischen Semester, in denen die Anatomie das Hauptfach darstellt. Aber auch im klinischen Bereich sind die anatomischen Strukturen ja sehr wichtig und wenn man beispielsweise vor dem chirurgischen PJ-Tertial nochmal ein paar Sachen wiederholen möchte, kann man das anhand der Tests ganz gut machen. Durch die wöchentlichen E-Mails zum Lernfortschritt wird man motiviert und bleibt am Ball. Leider sind die Abbildungen nicht in 3D verfügbar, was dem räumlichen Verständnis für die Anwendbarkeit bei Eingriffen im Operationssaal zuträglich wäre.

Wie kann man kenHub.com am besten in den Lernplan einbauen?

Ähnlich wie Examensfragen im Internet lässt sich natürlich auch kenHub.com in den Lernplan integrieren. Am meisten Sinn macht es wahrscheinlich, wenn man sich relativ früh mit den Übungen auf der Plattform beschäftigt, da sich der Schwierigkeitsgrad der Fragen ja auch dem eigenen Wissens- und Lernstand anpasst. So kommt anhand der Tests schnell Routine in die Strukturen und man kann das Gelernte aus dem Anatomie-Kurs abfragen. Ebenfalls lohnenswert ist kenHub.com, wenn man sich vor dem Physikum damit nochmal den letzten Schliff in Sachen Anatomie holt.

Sind Erweiterungen geplant?

Leider gibt es derzeit noch keine inneren Organe auf der Plattform. Diese sind aber bis zum Jahrende geplant. Das Programm wird dauerhaft erweitert und immer feiner auf die Bedürfnisse der User angepasst. So sind beispielsweise auch immer mehr Atikel zur funktionellen Anatomie geplant.

Was kostet der Zugang auf kenHub.com?

Derzeit kostet der Premium-Zugang, mit dem man auf alle Inhalte des Angebots zugreifen kann, 9 Euro im Monat. Dieses Abo ist jederzeit kündbar und beinhaltet eine Preisgarantie, falls der Zugang später teurer wird. Für alle Unentschlossenen gibt es aber auch die Möglichkeit das Angebot der Plattform erst einmal zu testen. Hierfür steht eine Probeversion zur Verfügung, durch die man 6 Lernmodule, also anatomische Bereiche, freigeschaltet bekommt und mit diesen, so lange und so oft man möchte, lernen kann.

Fazit:

KenHub.com ist alles in allem ein wirklich tolles Programm und mit 9 Euro pro Monat nun wirklich erschwinglich. Durch die stark strukturierte Statistik wird man immer wieder motiviert weiter zu lernen, was sich im Erfolg wiederspiegelt. Teilweise wirkt das Angebot noch etwas ungeordnet, weil es sehr umfassend ist und noch nicht an jeder Stelle in eine logische Ordnung gebracht wurde (beispielsweise die spärlichen Rezension oder die Lernstrategien). Potential hat die Plattform auf alle Fälle und wer die passende Mischung aus Anatomiekurs an der Uni, Lernen mit dem Prometheus und einem Anatomiebuch und den Übungen auf kenHub.com findet, kann sicher sein, dass er hervorragend für jede Art von Prüfung vorbereitet ist.

Quelle Abbildungen: PlaceIt / kenHub