Rezension: „Taschenlehrbuch Embryologie“

Die 12. Auflage des Taschenlehrbuchs Embryologie (Thieme)Embryologie wird an den meisten Unis im Medizinstudium passend in den jeweiligen Anatomiekursen (Bewegungsapparat, Innere Organe, Schädel und ZNS) behandelt und spielt deshalb oft nur eine untergeordnete Rolle. Je nach Dozent wird die Embryologie jedoch sehr viel intensiver durchgekaut, da sich durch die so vermittelten Kenntnisse einige Krankheitsbilder und Fehlbildungen sehr gut nachvollziehen lassen. In solchen Fällen kann das Taschenlehrbuch Embryologie eine große Hilfe darstellen.

Aufgeteilt ist das Lehrbuch grob in 2 Teile, einem, der sich mit der allgemeinen Embryologie beschäftigt und einer für die spezielle. Der erste Teil zeigt das für den restlichen Verständnisprozess grundlegende Wissen auf und behandelt die Entstehung des Embryos bzw. Fötus nach chronologischen Gesichtspunkten (die verschiedenen Keimscheiben, Embryonalperiode, Fetalperiode, Entwicklung der Plazenta usw.). Im speziellen Teil wird dann die genaue Entwicklung einzelner Organe (Muskelsystem, kardiovaskuläres System, Respirationstrakt, Verdauungssystem, Kopf und Hals etc.) aufgezeigt.

Das besondere an der nun schon 12. Auflage des Taschenlehrbuchs Embryologie ist die moderne Aufmachung. Zu Beginn eines jeden Kapitels wird ein Überblick gegeben, der blau hinterlegt ist. Neben der eigentlichen Erklärtexte, die unterschiedlich eingängig sind, was aber sicher an den teilweise komplexen Themen liegt, gibt es auch klinische Fälle und vor allem Fragen am Ende eines Kapitels, die den Leser zum Mitdenken animieren und am Ende des Buchs aufgelöst werden. Zusätzlich ist der Text durch Abbildungen und Tabellen aufgelockert. Stärken hat der Text unserer Meinung nach vor allem dann, wenn auf zu lange Blocktextpassagen verzichtet wurde und stattdessen kleinere Abschnitte abgehandelt werden. Ein netter Zusatz ist das mitgelieferte Poster im Buch, das die wichtigsten Entwicklungsstufen in der Embryologie darstellt und bei echten Fans gut an die Wand passt.

Fazit:

Bei manchen Anatomiedozenten in der Vorklinik lohnt sich die spezielle Betrachtung der Embryologie auf alle Fälle und teilweise nützt einem das Wissen dann auch im Physikum oder im weiteren Verlauf der klinischen Ausbildung. Generell ist aber zu überlegen, ob ein Anatomiebuch mit zusätzlichen Embrylogie-Kapiteln nicht auch ausreicht. Wer trotzdem in ein spezielles Lehrbuch investieren möchte, ist mit dem Taschenlehrbuch Embryologie auf jedenfall gut aufgestellt, auch wenn der Preis durchaus etwas niedriger sein könnte.

Kurzinfo:

Autor(en): Thomas W. Sadler, Ulrich Drews, Beate Brand-Saberi
Verlag: Thieme
Auflage: 12.
Erscheinungsjahr: 2014
Seitenanzahl: 536
Abbildungen:
350
Preis: 39,99 €

Bewertung:

Inhalt:
Verständlichkeit:
Übersichtlichkeit:
Layout:
Preis-Leistungs-Verhältnis:
Gesamtbewertung:

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