Rezension: „Survival-Kit Biochemie“

Survival-Kit BiochemieDie meisten Studenten assoziieren mit ihrem Traumberuf wohl nicht unbedingt dieses nicht immer leicht verständliche Fach. Das Survival-Kit Biochemie von Paul Windisch verspricht Abhilfe. Ob das neue Werk Wort hält, haben wir für euch geprüft.

Zielgruppe:

Zielgruppe sind die Medizinstudenten der Vorklinik, die langsam aber sicher auf das Physikum zu steuern. Wer froh war die Chemie hinter sich gelassen zu haben, wird feststellen, dass ein grundlegendes Verständnis die erworbenen Kenntnisse der ersten Semester voraussetzt.

Aufbau / Didaktik:

An diesem Punkt steigt der Autor mit seinen Lesern in den Lernstoff ein. In dem ersten der 12 Kapitel wird kurz noch einmal Grundlegendes aus der Chemie rekapituliert. Danach wird über Stoffwechselwege, Zellstrukturen, Hormone und Vitamine bis hin zum Arbeiten im Labor auf 317 Seiten alles besprochen, was für das Bestehen der vorklinischen Praktika, Prüfungen und darüber hinaus nötig sein sollte. Auf den ersten Seiten finden sich wie gewohnt Benutzerhinweise mit kurzen Erklärungen der einzelnen Rubriken und Hilfestellungen. Die Kästchen „Lerntyp“ und „Für Ahnungslose“ unterstreichen den Anspruch des Buches, ein Helfer von Studenten für Studenten zu sein.

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Rezension: „Duale Reihe Biochemie, 4. Auflage“

Duale Reihe Biochemie, 4. AuflageNeben der Anatomie und der Physiologie gehört Biochemie in den ersten 4 Semestern zu den wichtigsten Fächern des Medizinstudiums. Um so wichtiger also, dass man sich für Testate und Klausuren wappnet und mit einem verständlichen Buch lernt. Die Biochemie-Ausgabe der Dualen Reihe gibt es seit März in der 4. Auflage. Wir haben sie für euch getestet.

Zielgruppe:

Geeignet ist das Buch vor allem natürlich für Medizinstudenten der vorklinischen Semester. An einigen Unis wird Biochemie über 2-3 Semester durch Praktika und Kurse gelehrt und über mündliche Testate und schriftliche Klausuren abgeprüft. In der Physikumsprüfung gibt es dann 60 Fragen aus diesem Fach und auch die mündliche Prüfung besteht häufig zu einem Drittel aus biochemischen Inhalten.

Aufbau / Didaktik:

Die Duale Reihe Biochemie besteht aus folgenden 8 Teilen: Energiestoffwechsel; Zellbiologie; Zellzyklus und molekulare Genetik; Zelluläre Kommunikation; Infektionen, Verletzungen und Vergiftungen; Blut, Leber und Niere; Muskulatur und Nervensystem; Ausblick. Diese großen Abschnitte teilen sich wiederum in kleinere Kapitel auf. Abschließend werden 12 klinische Fälle besprochen, die im Buch verteilt sind. Neben der bekannten Duale-Reihe-Struktur mit Kurzzusammenfassungen am Rand finden sich traditionelle Features wie Merke-Boxen, Exkurse, Tabellen und insgesamt über 800 Schemazeichnungen zu Stoffwechselvorgängen.

Inhalt:

Das Lehrbuch liest sich leicht und durch die kurzen Texte an den Seitenrändern lassen sich Inhalten gut überfliegen oder wiederholen. weiterlesen Rezension: „Duale Reihe Biochemie, 4. Auflage“

Rezension: „Biochemie: Eine Einführung für Mediziner und Naturwissenschaftler“

"Biochemie: Eine Einführung für Mediziner und Naturwissenschaftler" von Werner Müller-EsterlDas Biochemie-Buch von Werner Müller-Esterl soll vor allem Medizinern und Naturwissenschaftlern als Einführung in das Fach dienen. An der Uni Frankfurt beispielsweise gilt das Lehrbuch als Grundlage der praktikumsbegleitenden mündlichen Testate im zweiten und dritten Semester. Doch hält das Buch, was einem die Dozenten versprechen?

Zielgruppe:

Das Lehrbuch zeigt direkt im Untertitel an, dass es als Einführung in die Biochemie geschrieben wurde. So gehören vor allem Medizinstudenten aus den vorklinischen Semestern zum Hauptklientel. Natürlich kann es auch von anderen Naturwissenschaftlern verwendet werden, deren eigentliches Studienfach genauso das Fach Biochemie schneidet wie die Medizin. Studenten der Biochemie allerdings dürften eher auf ausführlichere Werke zurückgreifen.

Aufbau / Didaktik:

„Biochemie“ gliedert sich in fünf Hauptteile („Molekulare Architektur des Lebens“, „Struktur und Funktion von Proteinen“, „Speicherung und Ausprägung von Erbinformation“, „Signaltransduktion und zelluläre Funktion“, „Energieumwandlung und Biosynthese“), die wiederrum in insgesamt 50 Unterkapitel eingeteilt sind. Die Hauptteile sind schon logisch und lerntechnisch sinnvoll aufgebaut, allerdings verliert man in den Unterpunkten schnell den roten Faden und die Übersicht. Den einzelnen Abschnitten fehlt es leider häufig an Absätzen, sodass der Text schnell überladend wirkt. Das Buch bietet einige didaktische Elemente wie fettgedruckte Schlüsselbegriffe, Farbtafeln, viele Grafiken, Exkurse mit Zusatzinformationen oder Zusammenfassungen am Ende eines Kapitels. Allerdings fallen leider schnell die sehr unwissenschaftlichen und umständlichen Formulierungen mit Begriffen in Anführungszeichen im Text auf. Der Autor verliert sich häufig in Details, sodass man schnell den Überblick verliert. Gerade in einem Fach wie Biochemie ist dieser aber so wichtig. weiterlesen Rezension: „Biochemie: Eine Einführung für Mediziner und Naturwissenschaftler“

Rezension: „Duale Reihe Biochemie“

Duale Reihe BiochemieBei den meisten Dozenten ist die Duale Reihe Biochemie leider noch nicht wirklich in der Wahrnehmung angekommen. Zumindest werden in den Vorlesungen eher Bücher wie der Löffler, Streyer oder in Frankfurt und Marburg der Müller-Esterl empfohlen. Für Studenten lohnt sich der Blick in die 3. Auflage der Reihe trotzdem.

Die Kapitelaufteilung erscheint im ersten Moment etwas unübersichtlich. So teilt sich das Buch grob in einen A-Teil (Einführung in die Biochemie) und einen B-Teil (Molekulare Zellbiologie), die beide zusammen nochmal insgesamt 30 Unterkapitel beinhalten. Beim näheren Betrachten erkennt man aber die Logik dahinter, die für das Lernverständnis grundlegend ist. Die Duale Reihe Biochemie weiß es nämlich im Gegensatz zu anderen großen Büchern dieses Faches möglichst schnell einen Gesamtzusammenhang aufzuzeigen. Wo sich andere Werke schnell mal im Detail verlieren, zeigt dieses Buch durch brauchbare klinische Beispiele oder einen klaren Satzbau und eine prägnante Wortwahl, worauf es ankommt. Bei vielen Themen ist es aber keinesfalls ein oberflächliches Abgrasen des Gegenstandskatalogs.

Toll sind auch die fast 700 Abbildungen, die einem natürlich beim Verständnisprozess weiterhelfen. Dass die Kapitel teilweise von unterschiedlichen Autoren verfasst wurden, merkt man kaum.

Als Add-On erhält man die Möglichkeit sich auf der Thieme-Internetseite Animationen wichtiger Stoffwechselwege am PC, auf dem Smartphone oder am Tablet-PC anzuschauen. Natürlich hilft das nicht jedem beim Lernen, aber jedem, der die Inhalte eher visuell aufnehmen möchte, wird dadurch ein schöner Zusatz geliefert.

Fazit:

Die Duale Reihe Biochemie ist ein wirklich gelungenes Lehrbuch der Biochemie, die bis auf ein paar Tippfehler umfassend und richtig informiert. Der ganz große Vorteil anderen Büchern gegenüber ist sicherlich, dass sie es schafft, komplexes Wissen lernbar zu machen. Allerdings dürfte es das Buch trotzdem leider schwer haben, sich gegen die arrivierten Lehrbücher durchzusetzen, da an vielen Unis die Praktikumsskripte und die darin angegebenen Kapitel zum Lernen auf den „alten“ Büchern basieren.

Kurzinfo:

Autor(en): Joachim Rassow, Karin Hauser, Roland Netzker, Rainer Deutzmann
Verlag: Thieme
Auflage: 3.
Erscheinungsjahr: 2012
Seitenanzahl: 800
Abbildungen:
680
Preis: 49,99 €

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Rezension: „Kurzlehrbuch Biochemie“

Kurzlehrbuch BiochemieKurzlehrbücher sind bei vielen Studenten beliebt. So bekommt man schnell und effektiv einen Einblick in das Fach und kann das Grundwissen dann durch das Nacharbeiten im großen Lehrbuch vertiefen.

Thiemes neuestes „Kurzlehrbuch Biochemie“ gibt in 14 Kapiteln einen sehr guten Überblick über dieses große Fach der Vorklinik. Beim ersten Blick in das Buch fallen einem sofort die vielen Schaubilder und Grafiken auf. Bei nährerer Betrachtung merkt man, dass viele davon wirklich sinnvoll eingebunden sind und die Texte passend ergänzen. Natürlich dürfen in einem Biochemie-Buch auch die vielen Stoffwechselwege nicht fehlen, die das Fach bei vielen Studenten unbeliebt machen. Allerdings wird in den Erklärtexten schon auch darauf hingewiesen, welche Schritte bei den Synthese- oder Abbauwegen die wichtigsten und meistgeprüftesten sind.

Das Design des Buches gliedert sich ohne Weiteres in die Kurzlehrbuch-Tradition von Thieme ein und überzeugt mit einer klaren Strukur sowie vielen kleinen Hilfen, wie zum Beispiel den „Merke-Kästen“, dem „Lerncoach“, dem „Check-up“ am Ende eines wichtigen Abschnitts oder den zahlreichen klinischen Bezügen.

Im Anhang findet man zusätzlich noch hilfreiche chemische Grundlagen, wie wichtige Reaktionsformen oder funktionelle Gruppen. Außerdem gibt es noch 4 Tafeln mit Stoffwechselwegen, die man auch auf Extra-Blättern herausnehmen kann, um damit besser auch in der Gruppe lernen oder sich diese einfach an den Kühlschrank hängen zu können.

Fazit:

Die 3. Auflage des Kurzlehrbuchs Biochemie ist gut geschrieben und bietet genau das richtige Maß an Informationen, um einen guten Überblick vermittelt zu bekommen. Sicherlich macht es Sinn dieses Buch zum Beispiel vorlesungsbegleitend einzusetzen und wichtige Dinge dann nochmal in einem großen Lehrbuch nachzuschlagen, um umfassend und nachhaltig für das Staatsexamen zu lernen.

Kurzinfo:

Autor(en): Melanie Königshoff, Timo Brandenburger
Verlag: Thieme
Auflage: 3.
Erscheinungsjahr: 2012
Seitenanzahl: 408
Abbildungen:
406
Preis: 32,99 €

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Rezension: „Taschenlehrbuch Biochemie“

Taschenlehrbuch BiochemieWie schon die Taschenlehrbuchausgabe der Physiologie, so erinnert auch die der Biochemie abgesehen vom Format (DIN A5) kaum an ein klassisches Taschenlehrbuch. Auf über 900 Seiten wird das Vorklinik-Fach mit hoher Genauigkeit und Akribie behandelt.

Das Ziel, das sich die Autoren gesetzt haben, können sie umsetzten und so erkennt man die deutliche Struktur des Buches, die von den Grundprinzipien und dem Allgemeinen immer mehr ins Detail geht. Spätestens in den letzten paar der 27 Kapiteln wird das Zusammenspiel der einzelnen Organsysteme und ihrer biochemischen Abläufe, zum Beispiel über Proteine, deutlich erkennbar. Im Gegensatz zu so manchem anderen Lehrbuch fällt es leichter, die wichtigen Fakten, die auch oft vom IMPP abgefragt werden, herauszufiltern.

Der Erklärstil ist durchweg einängig und schnörkellos. Das Taschenlehrbuch Biochemie verfügt über ein paar Abbildungen weniger als sein Vorgänger aus der Physiologie, aber bei ca. 400 farbigen und übersichtlichen Grafiken, kann man trotzdem nicht meckern. In vielen Biochemie-Lehrbüchern kommen die klinischen Aspekte zu kurz, sodass das Fach sehr leicht theoretischer erscheint als es in Wirklichkeit ist. Im Püschel hingegen kommt dieser Missstand selten zu Tage und nicht zuletzt durch das Kapitel Pathobiochemie kommt er in Sachen „Praxisbezug“ stark an den Horn heran.

Aufpassen sollte man beim Markieren: Auf den Hochglanzseiten hält sich der Textmarker nicht so gut und wenn man ihn nicht trocknen lässt, kann es zu Verschmierungen kommen.

Fazit:

Trotz des durchaus gelungenen Gesamtkonzepts, dürfte es dieses Lehrbuch schwer haben, sich gegen die arrivierten durchzusetzen. Natürlich findet man alle Themen und Schwerpunkte auch in diesem Taschenlehrbuch, aber die Dozenten arbeiten ihre Vorlesungen mit den großen Nachschlagewerken aus, wodurch eine bessere Vergleichbarkeit gegeben ist, wenn man sich diese zu Gemüte führt.
Für Studenten aber, denen ein Kurzlehrbuch zu grundlegend und ein großes Nachschlagewerk zu unhandlich oder zu ausführlich ist, bildet der Püschel sicherlich eine willkommene Alternative, die es versteht, trotz der Detailtreue nicht den roten Faden vermissen zu lassen.

Kurzinfo:

Autor(en): Gerhard P. Püschel et al.
Verlag: Thieme
Auflage: 1.
Erscheinungsjahr: 2011
Seitenanzahl: 928
Abbildungen:
400
Preis: 34,95 €

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