Schlangengift in der Medizin

Tierische und pflanzliche Gifte sind für uns Menschen nicht nur gefährlich, sondern oftmals auch durchaus hilfreich. So können beispielsweise Schlangengifte direkt als Arzneimittel genutzt werden oder dazu beitragen neue Medikamente zu entwickeln. Das Gift verschiedener Schlangenarten wurde beispielsweise schon zur Entwicklung von ACE-Hemmern zur Blutdrucksenkung eingesetzt. Auch bei Gerinnungsstörungen, zur Herstellung von Gegengiften oder zur Behandlung von Schmerzzuständen in der Homöopathie wird Schlangengift seit mehreren Jahren eingesetzt.

Das Gift der Kreuzotter ist für den Menschen nicht tödlich.Die Gewinnung des entsprechenden Giftstoffes erfolgt in Schlangenfarmen, wo die Giftdrüsen der Tiere massiert werden, damit das Gift dann über eine Membran aufgefangen werden kann. Anschließend wird es tiefgefroren, gefriertrocknet und zu Granulat verarbeitet. Die meisten der Schlangenarten, deren Gift nützlich für Arzneimittel ist, kommen aus tropischen oder subtropischen Ländern. Doch auch wenn Deutschland nicht gerade als Schlangenland bekannt ist, gibt es auch hierzulande noch insgesamt 6 verschiedene Schlangenarten.

Leider sind die meisten dieser Reptilien in Deutschland vom Aussterben bedroht. Flurbereinigungen, aufgeforstete Waldstücke und Wasserverschmutzung limitieren den Lebensraum der Schlangen immer mehr und führen dazu, dass die meisten dieser Tiere nur noch in Süddeutschland zu finden sind.

Die Kreuzotter (Vipera berus)

Sie gehört zur Familie der Vipern und produziert ein Gift, das den Verdauungsenzymen der Säugetieren ähnelt und bei ihrem Feind zu einer übermäßigen Blutgerinnung führt. Für uns Menschen ist dieses Gift zwar nicht tödlich, aber trotzdem sollte man vermeiden diesen Tieren zu nahe zu kommen. Die Kreuzotter wird bis zu 80 Zentimeter lang und kommen hauptsächlich in Süddeutschland vor, können einem aber auch im Norden begegnen. Sie haben ein charakteristisches schwarzes oder braunes Zickzackmuster auf dem Rücken.

Die Aspisviper (Vipera aspis)

Ihr Gift ist noch etwas stärker als das der Kreuzotter, für gesunde Menschen aber trotzdem nicht tödlich. Die Aspisviper kommt in Deutschland nur noch vereinzelt im Südschwarzwald vor und ist wie viele andere Schlangenarten auch auf sonnige Lichtungen angewiesen. Sie kann bis zu 70 Zentimeter lang werden und ist gut an ihrem dreieckigen Kopf und der leicht nach oben gerichteten Schnauze zu erkennen.

Die Äskulapnatter (Elaphe longissima)

Diese Schlangenart würgt ihre Opfer und ist deshalb nicht giftig. Die Äskulapnatter ist bekanntlich das Wappentier der Ärzte und Apotheker. Sie kann bis zu 1,6 Meter lang werden und hat meistens eine grün schillernde Farbe.

Die Würfelnatter (Natrix tessellata)

Würfelnattern sind Wasserschlangen und durch die starke Verschmutzung von Flüssen und Seen in Deutschland nur noch in Rheinland-Pfalz an der Mosel, Lahn und Nahe anzutreffen. Sie sind gute Schwimmer und fangen ihre Beute (hauptsächlich Fische) meistens unter Wasser. Die gräulich oder bräunlich-schwarze Schlange verdankt ihren Namen dem charakteristischen Würfelmuster auf ihrem Rücken.

Die Ringelnatter (Natrix natrix)

Ringelnattern leben sowohl im Wasser als auch an Land und sind ebenfalls ungifitg. Bei Gefahr versprühen sie eine übel riechende Flüssigkeit oder stellen sich tot. Die in seltenen Fällen bis zu 2 Meter großen Reptilien gehören zwar noch zu den am häufigsten in Deutschland vorkommenden Schlangen, doch auch ihr Bestand hat sich in den letzten Jahrzehnten enorm verringert.

Schlingnatter (Coronella austriaca)

Diese auch Glattnatter genannte Schlangenart kommt ebenfalls nur noch selten in Deutschland vor. Sie ist mit bis zu 70 Zentimetern die kleinste in Deutschland lebene Schlange und kann durch ihren gefleckten grauen Rücken leicht mit der Kreuzotter verwechselt werden. Allerdings ist die Schlingnatter im Gegensatz zur Kreuzotter gänzlich ungiftig.

Die in Deutschland noch relativ häufig vorkommende Blindschleiche gehört übrigens nicht zu den Schlangen, sondern ist der Art der Echsen zuzuordnen.

Bild: pixabay.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*