Rezension: „Kurzlehrbuch Neurologie, 2. Auflage“

Kurzlehrbuch Neurologie, Elsevier, 2. AuflageNach der erfolgreichen 1. Auflage des Kurzlehrbuchs Neurologie aus dem Hause Elsevier gibt es seit letztem Jahr die 2. Auflage in den Buchläden. Dabei ist es den Autoren sogar noch gelungen, den ansprechenden Charakter des Buches zu optimieren.

Zielgruppe:

Das Kurzlehrbuch Neurologie eignet sich für nahezu alle Medizinstudenten, die für die Prüfung in diesem Fach lernen. Und damit ist nicht nur die „normale“ Prüfung innerhalb des Studiums gemeint, sondern auch eine etwaige Prüfung im mündlichen Staatsexamen. Der Grund dafür liegt in dem kurzen und bündigen Überblick, den das Buch liefert und mit dem man sich ebenfalls gut für Famulaturen oder ein PJ-Tertial vorbereiten kann.

Aufbau / Didaktik:

Das Kurzlehrbuch ist mit 420 Seiten wieder recht üppig ausgestattet, was natürlich schon mal zeigt, wie umfangreich die Neurologie sein kann. Trotzdem kommt beim Lesen der insgesamt 19 Kapiteln keine Langeweile auf. Trockene Abschnitte gibt es nicht viele und die übersichtliche Gestaltung der Seiten vereinfacht das Lesen und Verstehen. weiterlesen Rezension: „Kurzlehrbuch Neurologie, 2. Auflage“

Volksleiden Demenz – Definition und Therapie

Fast jeder kennt einen Betroffenen oder hat sogar jemanden in der Familie, der unter einem demenziellen Syndrom leidet. Wegen des demografischen Wandels werden Demenzen als typische Erkrankungen des höheren Lebensalters in Zukunft überproportional zunehmen und eine steigende Herausforderung für die Gesellschaft darstellen. In vielen Fachmagazinen und dem ein oder anderen Zeitungsartikel liest man bereits darüber. Oft fängt es mit gesteigerter Vergesslichkeit an, die sich zum Beispiel dadurch zeigt, dass man sich unwissentlich nicht mehr an Verabredungen hält oder einfach mal den Schlüssel zu Hause vergisst und dann den Schlüsseldienst benachrichtigen muss. Im Verlauf steigert sich diese Sympomatik bis zu einem Stadium, in dem die Erkrankten häufig nicht mal mehr die eigenen Angehörigen erkennen.

Oft wird das Wort verwendet, doch was gilt überhaupt als Demenz? Andreas Bender beschreibt die Demenz in Elseviers Kurzlehrbuch Neurologie folgendermaßen:

Die Demenz bezeichnet ein klinisches Syndrom, das über folgende Aspekte definiert werden kann:

  • Es besteht eine progrediente Störung des Gedächtnisses und mindestens einer zusätzlichen höheren kortikalen bzw. kognitiven Funktion.
  • Es fand eine Leistungsverschlechterung gegenüber dem Ausgangszustand statt
  • Die Beschwerden führen zu einer Beeinträchtigung im Alltag
  • Symptome bestehen mindestens für 6 Monate
  • Die Symptome sind nicht Folge eines Delirs oder einer schweren Depression
  • Es liegt keine Bewusstseinsstörung vor

Zu den häufigsten Ursachen bei über 65-jährigen gehören die Alzheimer-Erkrankung, die Lewy-Körperchen Demenz, vaskuläre Demenzen und die frontotemporale Demenz. Therapiemöglichkeiten gibt es bei Demenziellen Syndromen einige, doch die komplette Gedächtnisleistung kann nie wieder hergestellt werden und auch ein komplettes Aufhalten des Zerfalls ist kaum möglich, was am Ende dann die Vergesslichkeit von Personen und Alltagsgegenständen wie dem Wohnungsschlüssel zur Folge hat.

Zu den in der Therapie eingesetzten Antidementiva gehören Acetylcholinesterase-Hemmer oder Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, wie Citalopram, die gleichzeitig gegen eine depressive Symptomatik wirken. Natürlich wird nach weiteren potenten Therapiemöglichkeiten geforscht und es bleibt zu hoffen, dass irgendwann bahnbrechende Neuerungen den Markt erobern.

Rezension: „medi+tricks Kopfkino“

Nachdem die Merkbilder und -filme schon vielen visuell lernenden Medizinstudenten auf die Sprünge helfen konnten, gibt es die Eselsbrücken aus dem Hause noahmed nun auch im Podcast-Format. Das Online-Angebot nennt sich „medi+tricks Kopfkino“ und soll vor allem den Studenten der klinischen Semester beim Lernen helfen.

Eselsbrücken zum Anhören und Nachvollziehen

medi+tricks KopfkinoAuf der Kopfkino-Seite kann man bereits ganz ohne Anmeldung einen Eindruck bekommen, was den User nach der Registrierung erwartet, denn die Podcasts der trizyklischen Antidepressiva vom Amitryptylin-Typ lassen sich direkt auf der Startseite anhören. Weitere Dateien findet man dann im internen Bereich der Seite. Derzeit gibt es dort Podcasts zu den pharmakologischen Bereichen „Antidementiva“ (Alzheimer-Demenz, inkl. Einführung zur Demenz, Namen, NW, Grundlagen), „Antidepressiva“ (Tri- und Tetrazyklika, SSRI, SSNRI, SNRI und Mao-Inhibitoren.) und „Neuroleptika“ (Namen, Indikationen und Nebenwirkungen). Ein Übersichtsbild der einzelnen Kapitel hilft ebenfalls beim Verständnisprozess.

Podcasts bequem auf dem Smartphone anhören

Jedes Themengebiet besteht aus weiteren Unterkapiteln, die dann maximal 3 Minuten lang sind. Dabei wird immer auch besonderen Wert gelegt auf die Verknüpfung der Lerninhalte mit den Eselsbrücken, die fast immer durch passende Soundeffekte verdeutlicht werden. Preislich bewegt sich das Angebot von medi+tricks Kopfkino noch auf einem basalen Unkostenniveau: Das Antidepressiva-Podcast-Paket bekommt man zur Zeit als Willkommenspaket noch umsonst, die Neuroleptika-Dateien kosten 4,90 Euro und für 1,90 Euro bekommt man Zugang zu den Antidementiva-Kapiteln. Die Podcasts sind nach der Zahlung, die man übrigens sowohl per PayPal oder per Kreditkarte vornehmen kann, dann für 180 Tage auf dem User-Account verfügbar und auch per Smartphone oder Tablet im Browser ohne Probleme abzurufen.

Weitere pharmakologische Themen sind in Planung

Ganz neu ist die Idee mit den Podcasts zum Lernen nicht und so gibt es immer mehr, die sich zum Lernen auch gerne mal die Kopfhörer aufsetzen, um sich bestimmte Inhalte anzuhören. Allerdings gab es bisher noch keine Audiodateien, bei denen so viel Wert auf die einprägende Verknüpfung mit Eselsbrücken gelegt wurde. Die Kapitel der Pharmakologie werden in der nächsten Zeit sukzessive erweitert, sodass man sich als User bald mehr als die derzeit drei Themenkomplexe anhören kann. Für alle, die gerade die schier endlosen Weiten der Pharmakologie beackern oder sich bereits zu den auditiv lernenden Studenten zählen, lohnt sich das vorbeischauen auf der Kopfkino-Website in jedem Fall.