Rezension: „BASICS Rechtsmedizin“

BASICS RechtsmedizinAn vielen Universitäten wird die Rechtsmedizin erst in den späten klinischen Semestern behandelt und einen Kurs in diesem Fach gibt es auch nicht überall. Aufgrund der traditionell klein gehaltenen Anzahl rechtsmedizinischer Fragen im Examen, macht auf diesem Gebiet ein grober Überblick einfach mehr Sinn als zu viele Details. All das sind passende Attribute, die für eine Verwendung eines BASICS-Heft sprechen.

Seit 2014 gibt es das BASICS Rechtsmedizin in der 2. Auflage. Die ca. 100 Seiten des Buches teilen sich grob in 3 Teile, einen Grundlagen-Abschnitt, 60 Seiten spezielle Rechtsmedizin und drei abschließende Fallbeispiele. Dabei wird zu Beginn auf rudimentäres Wissen wie die Feststellung des Todes, die ärztliche Leichenschau, die Sektion und die Untersuchung Lebender (zum Beispiel nach Straftaten, Intoxikationen und Vergewaltigungen) eingegangen. All die spezielleren rechtsmedizinischen Inhalte bis hin zur Toxikologie, DNA-Analytik und das Arztrecht folgen dann im zweiten Teil. Der Aufbau ist also ganz typisch im BASICS-Stil gehalten. Natürlich findet man auch wieder die praktischen Doppelseiten, auf denen zumeist jeweils ein Thema erläutert wird und an deren Ende drei bis vier wichtige zusammenfassende Punkte aufgelistet sind.

Der Erklärstil ist einfach und treffend, was vor allem in den Kapiteln wichtig ist, die sich dem Arztrecht widmen. Außerdem werden die Texte durch die ca. 85 farbigen Abbildungen und Grafiken didaktisch wertvoll ergänzt. In den Bildunterschriften findet man meistens auch ein paar Worte zu dem Fall und zur Todesursache. Die einzige Schwäche des Buches ist das Kapitel „Schuss“, in dem die rechtsmedizinischen Unterschiede zwischen absolutem Nahschuss, relativem Nahschuss und Fernschuss nicht sofort ganz klar vermittelt werden.

Fazit:

BASICS Rechtsmedizin schafft eine gute Wissensgrundlage für diese interessante Fach, die einem in Verbindung mit den Inhalten der Vorlesungen und des Kurses auf jeden Fall zu einem guten Prüfungsergebnis verhilft. Für das schriftliche oder mündliche Examen sollte man natürlich bestimmte Themen nochmal genauer nachbearbeiten, zum Beispiel durch entsprechendes Kreuzen oder Durchsprechen in der Gruppe. Aber die Basics bekommt man mit diesem Lehrbuch vermittelt und auf nichts anderes zielt das Konzept des BASICS ab.

Kurzinfo:

Autor(en): Wolfgang Keil
Verlag: Elsevier
Auflage: 2.
Erscheinungsjahr: 2014
Seitenanzahl: 104
Abbildungen:
85
Preis: 19,99 €

Bewertung:

Inhalt: [s3r star=3/5]
Verständlichkeit: [s3r star=5/5]
Übersichtlichkeit: [s3r star=4/5]
Layout: [s3r star=5/5]
Preis-Leistungs-Verhältnis: [s3r star=5/5]
Gesamtbewertung: [s3r star=4,4/5]

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Rezension: „Leichenschau“

Leichenschau - Differenzialdiagnostik häufiger BefundeMit dem Fach Rechtsmedizin kommen die meisten Mediziner nur im Studium in Kontakt. Trotzdem wird es oft als interessant bezeichnet und ab und zu auch als Wahlfach im Praktischen Jahr oder Famulaturfach gewählt. Das Buch „Leichenschau – Differenzialdiagnostik häufiger Befunde“ eignet sich also spätestens dann zur Vor- und Nachbereitung der rechtsmedizinischen Inhalte.

Gegliedert ist das Lehrbuch in 12 Kapitel, die neben den sicheren Totenzeichen, den diagnostischen Möglichkeiten der Obduktion (beispielsweise Untersuchungen verschiedener Körperflüssigkeiten) sowie die gesamte Bandbreite der Maßnahmen, die von Ärzten, Rechtsmedizinern, Polizisten oder Bestattern nach Auffinden des Toten zu ergreifen sind. Sogar die Auffindesituation und die Dokumentation dieser mit der Kamera haben ein eigenes Kapitel. Man merkt also schnell, dass das Buch das Thema umfassend behandelt.

Das Hauptaugenmerk des Lehrbuchs liegt ganz klar auf zahlreichen aussagekräftigen Abbildungen. Die natürlich notwendigen Erklärungen sind klar und strukturiert geschrieben und beziehen sich deutlich auf die bildliche Darstellung.

Fazit:

Das Lehrbuch „Leichenschau“ vom Schattauer Verlag richtet sich vor allem an Rechtsmediziner oder Studenten, die sich besonders für dieses Fach interessieren. Daneben spricht es aber auch weitere Berufe wie Polizisten oder Bestatter an. Eine Leichenschau muss jeder Arzt durchführen können, aber vor allem Notärzte kommen häufiger in derartige Situationen und gehören deshalb ebenfalls zur Zielgruppe von „Leichenschau“. Insgesamt überzeugt das Buch nicht nur durch inhaltliche Qualität der Texte und Bilder, sondern auch äußerlich durch einen stabilen Einband und hochwertige Seiten. Lediglich der nicht gerade niedrige Preis nagt etwas an dem sonst tadellosen Gesamteindruck.

Kurzinfo:

Autor(en): Ulrich Hammer, Andreas Büttner
Verlag: Schattauer
Auflage: 1.
Erscheinungsjahr: 2013
Seitenanzahl: 154
Abbildungen:
307
Preis: 59,99 €
Preis-Leistungs-Verhältnis
(1 = mies, 10 = grandios):
5

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Rezension: „Rechtsmedizin interaktiv“

Rechtsmedizin interaktivDer Kurs der Rechtsmedizin kommt an den meisten Universitäten im achten, neunten oder zehnten Semester des Medizinstudiums vor. Auch wenn viele Studenten sich nicht vorstellen können, später mal als Rechtsmediziner zu arbeiten, empfinden doch relativ viele dieses Fach als interessant.

Die DVD „Rechtsmedizin interaktiv“ aus dem Schattauer-Verlag bietet dem interessierten Studenten allerhand hilfreiches Material, das nicht nur in der rechtsmedizinischen Praxis, sondern natürlich auch im klinischen Alltag hilfreich sein kann.

Auf der ersten DVD geht es um die Grundlagen und die Praxis der Rechtsmedizin. Sie enthält Informationen zu verschiedenen unnatürlichen Todesursachen wie scharfe und stumpfe Gewalt, Brand- und Hitzeeinwirkung, Schuss, Ersticken, Kälteeinwirkung, Strom als auch dem Tod aus innerer Ursache. Zusätzlich enthält sie jeweils ein Kapitel über die forensische Toxikologie, die Untersuchung von Gewaltopfern, den Leichenfund und Todesfälle bei Säuglingen und Kleinkindern. Insgesamt deckt sie damit schon beinahe den gesamten Anforderungskatalog ab. Besonders auffallend sind die eindrucksvollen Bilder zu den didaktisch gut erarbeiteten Texten und Videos, die die Sachverhalte immer anhand von kommentierten Originalfällen behandeln.

Auf der zweiten DVD findet sich dann noch eine kleine Leichenschau als Präsentation bzw. Slideshow. Hier kann man nochmal die Grundlagen mitbekommen, wie zum Beispiel die sicheren Todeszeichen und deren Begutachtung und Beurteilung. Diese Kenntnisse gehören natürlich zum klinischen Alltag in vielen Fachrichtungen und beziehen sich nicht nur auf die Arbeit des Rechtsmediziners.

Fazit:

Insgesamt sind die beiden DVDs „Rechtsmedizin interaktiv“ eine nette Ergänzung und hilfreiches Lernmaterial neben den Unterlagen (Vorlesungen und Skripte), die einem vielleicht im Kurs geboten werden. Außerdem bietet der interaktive Aspekt mal eine willkommene Abwechslung zu den ganzen Büchern in den anderen Fächern.

Kurzinfo:

Autor(en): Martin Dilger, Thorsten Fink, Christian Rittner
Verlag: Schattauer
Auflage: 2.
Erscheinungsjahr: 2012
Seitenanzahl: 2 DVDs
Abbildungen:
ca. 1000
Preis: 32,99 €
Preis-Leistungs-Verhältnis
(1 = mies, 10 = grandios):
7

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