Kurzinfo: Heilpraktiker

In Deutschland gibt es rund 20.000 Heilpraktiker, die die Heilkunde ausüben, ohne dabei als Arzt approbiert zu sein. Zur Erlangung dieser Berufsbezeichnung ist lediglich ein Mindestalter von 25 Jahren, ein Hauptschulabschluss und eine schriftliche (Multiple-Choice) und mündliche Prüfung erfolgreich abzulegen, die von den Landesbehörden abgeprüft wird. Dieser Test enthält unter anderem Fragen zur grundlegenden menschlichen Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie, zu akuten Notfällen und praktischen Kenntnissen sowie zu rechtlichen Grundlagen der Therapie.

Die Aromatherapie ist eine Methode der HeilpraktikerDas Angebot deutscher Heilpraktiker bezieht sich hauptsächlich auf die Naturheilkunde. Aber auch weitere Therapieformen wie Physio- und Psychotherapie darf mit der Erlangung dieses Berufes angeboten und ausgeübt werden. Die meisten naturheilkundlich orientierten Heilpraktiker bieten alternative Heilmethoden wie Phytotherapie, Homöopathie, Aromatherapie, Chiropraktik, Akupunktur, Hypnose oder autogenes Training. Dieses Behandlungsspektrum sollte allerdings von den Patienten nicht unbedingt als Konkurrenz zur klassischen Schulmedizin, sondern viel eher als ergänzende Maßnahmen bei der Therapie von Krankheiten gesehen werden, da bei vielen dieser Methoden die evidenzbasierende Erfolgsgrundlage durch die Forschung bisher nicht bestätigt werden konnte. Das ist auch der Grund, warum viele dieser alternativen Therapiemöglichkeiten nicht von den gesetzlichen oder privaten Krankenversicherungen übernommen und stattdessen vom Patienten selbst getragt werden müssen. Trotzdem geben Erfolge bei der Behandlung von Krankheiten der Alternativmedizin immer wieder Recht und Auftrieb in der Bevölkerung.

Durch die fehlende Approbation ist es Heilpraktikern in Deutschland untersagt verschreibungspflichtige Medikamente oder Betäubungsmittel zu verordnen oder Geburtshilfe zu betreiben. In den Kantonen der Schweiz gibt es übrigens vergleichbare Berufsbilder wie das des Naturarztes oder Naturheilpraktikers. In Österreich hingegen ist die Ausübung dieses Berufes den Ärzten vorbehalten und schon die Ausbildung zum Heilpraktiker wäre dort strafbar, was auch vom Europäischen Gerichtshof als EU-rechtskonform bewertet wurde.

Im klassischen schulmedizinisch geprägten Medizinstudium kommt das Fach der Naturheilkunde zwar nur am Rande vor, wird aber sogar in einigen Fragen im Staatsexamen abgeprüft. Dabei handelt es sich zumeist um das Feld der Phytotherapie, da das Nutzen von Naturmitteln auch forschungstechnisch am leichtesten zu belegen ist und deshalb gerade in der Allgemeinmedizin durch immer mehr Patienten trotz eventueller Zuzahlungen genutzt wird.

Bild: marin / FreeDigitalPhotos.net

Rezension: „PROMETHEUS Lernkarten des Bewegungssystems, 2. Auflage“

PROMETHEUS Lernkarten des Bewegungssystems, 2. AuflageSeit Dezember 2016 gibt es die PROMETHEUS Lernkarten des Bewegungssystems in der 2. Auflage. Wir haben die handlichen Karten getestet und sagen Euch, für wen sich ein Kauf lohnt.

Zielgruppe:

Wie schon die erste Auflage sind die Lernkarten vor allem für die physiotherapeutische Ausbildung konzipiert. Das ändert aber nach wie vor nichts daran, dass auch (Zahn-) Medizinstudenten der ersten Semester beim Lernen der Anatomie des Bewegungsapparat von den Karten profitieren können.

Aufbau / Didaktik:

Die Lernkarten unterteilen sich in mehrere Untereinheiten und orientieren sich dabei nach den verschiedenen Gelenken und deren funktionelle Systeme aus Knochen, Bändern, Muskeln bis hin zur Innervation. Dabei sind bestimmte Strukturen auf der Vorderseite der Karten hervorgehoben, die es dann zu benennen gilt. Die Antwort darauf findet man logischerweise auf der Rückseite, auf der sich meistens zusätzlich auch noch ein kleiner klinischer Hinweis befindet.

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Rezension: „Sportmedizin – Grundlagen für körperliche Aktivität“

Rezension von Sportmedizin (Schattauer)Das Fach Sportmedizin wird im Studium in dieser Form nicht behandelt. Trotzdem interessieren sich viele Studenten für diese übergreifende Mischung aus Kardiologie, Orthopädie, Prävantionsmedizin und Sportwissenschaft. Das Buch Sportmedizin aus dem Hause Schattauer dient dazu den Wissensdurst zu stillen.

Man bemerkt schon beim ersten Blick, dass es sich bei diesem Buch keinesfalls um eine kurze Abhandlung oder Zusammenfassung handelt, was nicht nur durch den qualitativ hochwertigen Einband deutlich wird.. Auf über 700 Seiten wird das Thema wissenschaftlich sicher und bis in kleine Details erklärt. Gegliedert ist das Buch dabei in die vier Kapitel „Grundlagen zum motorischen Leistungsverhalten“, „Motorische Beanspruchungsformen“, „Leistungsverhalten unter speziellen Bedingungen“ und „Sportspezifische und sportärztliche Gesichtspunkte“, wo es zum Beispiel um Rekordentwicklung, Sportkleidung, körperliche Aktivität bei Krankheiten und den Einfluss von medikamentösen Therapien auf die körperliche Leistungsfähigkeit. Die Basis sportlicher Leistungen wird durch die Eckpfeiler Kraft, Ausdauer und Koordination gebildet, die dementsprechend in diesem umfassenden Werk genauestens behandelt werden. Beim Lesen einzelner Abschnitte merkt man als Leser schnell, welch hohen wissenschaftlichen Standard das Nachschlagewerk hat.

Die Texte sind keinesfalls als leichte Kost zu verstehen. Die Herangehensweise an die Themen ist sehr forschungsbewusst und evidenzorientiert. Immer wieder werden Studien zitiert. Dabei sollte man das Angebot des Buches vor allem zum Nachschlagen von bestimmten Inhalten verstehen. Das Lesen am Stück dürfte für den meisten durch die vielen Fakten und eine zu wenig flüssige Sprache schwer fallen. Leider sind die Texte meist in Blocktextform gestaltet, sodass man sozusagen droht von Text erschlagen zu werden. Es gibt zwar zahlreiche Abbildungen, zumeist sind das dann aber Diagramme oder Tabellen, die aber natürlich passend zu den erklärten Umständen eingefügt wurden.

Fazit:

„Sportmedizin“ ist ein umfassendes Werk mit aktuellen Forschungsergebnissen und einer sehr wissenschaftslastigen Aufbarbeitung der Themen. Gerade für Ärzte, Trainer und Sportwissenschaftler ist es daher ein sehr gutes Nachschlagewerk. Für Studenten und weitere Interessenten des Fachs dürfte das Angebot des Buchs etwas zu weit und detailiert sein. Das bezieht sich auch auf die Sprache und Gestaltung der Texte. Insgesamt also fachlich hervorragend, aber leider etwas wenig anschaulich für Nicht-Wissenschaftler.

Kurzinfo:

Autor(en): Wildor Hollmann, Heiko K. Strüder
Verlag: Schattauer
Auflage: 5.
Erscheinungsjahr: 2009
Seitenanzahl: 756
Abbildungen:
728
Preis: 109,99 €

Bewertung:

Inhalt:
Verständlichkeit:
Übersichtlichkeit:
Layout:
Preis-Leistungs-Verhältnis:
Gesamtbewertung:

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