Rezension: „Anästhesiologische Pharmakotherapie“

Anästhesiologische Pharmakotherapie (Thieme)Fragt man nach pharmakologischen Grundlagen, wird meist nicht nur innerlich laut aufgestöhnt. Pharmakologie hat den Ruf eines ausgesprochen trockenen Faches, das von vielen nur zu gern „auf Lücke“ gelernt wird. Ärgerlich wird es dann, wenn zu einem essentiellen Bestandteil des alltäglichen Berufslebens wird. In der Anästhesie wird man auch mit größter Mühe nicht um ein fundiertes Pharmakologie-Wissen herumkommen, weshalb wir für euch einen Blick in eines der Standardwerke geworfen haben, das Buch „Anästhesiologische Pharmakotherapie“ von Holger Thiel und Norbert Roewer.

Zielgruppe:

Wie der Titel schon ankündigt, richtet sich das Lehrbuch vor allem an Anästhesisten. Für Assistenzärzte ist es in jedem Fall sinnvoll, wir lehnen uns allerdings noch etwas weiter aus dem Fenster und sagen, dass selbst nach dem vollendeten Assistenzarzt noch die ein oder andere wichtige Erkenntnis aus dem Buch gezogen werden kann.

Aufbau / Didaktik:

Jedes Kapitel beginnt mit einer kurzen Einleitung in die Thematik und das Anwendungsgebiet der jeweiligen Medikamentengruppe und beschreibt dann die pharmakologischen Wirkungen und Nebenwirkungen. Zahlreiche Tabellen, Abbildungen und Merkkästen lockern den Textfluss auf, dennoch täuschen diese über eine gewisse „Trockenheit“ der Materie nicht hinweg. In vielen aktuellen Lehrbüchern beginnen Kapitel mit einem Fallbeispiel, um theoretisches Wissen praxisrelevanter zu gestalten. Fallbeispiele könnten auch in diesem Lehrbuch deutlich zu einer Entzerrung der Masse an Fakten führen und so zu einem verbesserten Verständnisses des Stoffes beitragen. Zudem könnten farbige Textmarkierungen zu einem angenehmeren Leseerlebnis führen.

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Rezension: „Schmerzmedizin – 1000 Fragen“

Schmerzmedizin - 1000 FragenDas kürzlich erschiene Lehrbuch „Schmerzmedizin – 1000 Fragen“ gliedert sich in einen allgemeinen und einen speziellen Teil und enthält dabei ausschließlich Fragen, deren Antworten und eine kurze Erläuterung. Dieses Konzept erscheint auf den ersten Blick nicht ganz umfassend, doch wenn man sich dem Buch annimmt, merkt man schnell, wie gut man mit diesem Prinzip lernen kann. Immerhin lernen viele Studenten ja bereits ab dem ersten Semester beim sogenannten „Kreuzen“, also dem Beantworten von Klausur- oder Examensfragen.

Der allgemeine Teil des Lehrbuches behandelt die grundlegenden Fakten zu Schmerzen, also beispielsweise die Psychologie, die beim Schmerzempfinden eine Rolle spielt, die Klassifikation oder die Befunderhebung, die sich zumeist nicht ganz einfach darstellt.

Im speziellen Teil gehen die Autoren dann auf die verschiedenen Schmerzarten (Tumorschmerz, neuropathischer Schmerz, Gelenkschmerz, viszeraler Schmerz etc.) ein und erläutern auch spezielle Therapiesituationen, wie die Schmerztherapie bei Kindern, alten Menschen oder auch typische Rückenschmerzen bei Schwangeren.

Fazit:

Das Buch liest sich wirklich sehr angenehm und kann durch die kurzen Fragen gut auf Reisen oder vor dem Schlafengehen für Wissenszuwachs oder -auffrischung sorgen. Die insgesamt 1025 Fragen („Schmerztherapie – 1025 Fragen“ hört sich natürlich nicht so gut an) decken fast das komplette Spektrum der Schmerztherapie ab. Mit der Thematik und dem Detailwissen, das das Lehrbuch vermittelt, richtet es sich vor allem an werdende Anästhesisten, die auch die Zusatzbezeichnung „spezielle Schmerztherapie“ erlangen wollen. Für Studenten ist „Schmerztherapie – 1000 Fragen“ interessant und auch wichtig für die spätere Arbeit, jedoch nicht so sehr prüfungsrelevant, weil das Wissen zumindest im schriftlichen Examen verhältnismäßig kurz abgeprüft wird.

Kurzinfo:

Autor(en): Michael Bernateck, Matthias Karst, Rainer Sabatowski, Dieter Siebrecht
Verlag: Thieme
Auflage: 1.
Erscheinungsjahr: 2012
Seitenanzahl: 250
Abbildungen:
30
Preis: 49,99 €
Preis-Leistungs-Verhältnis
(1 = mies, 10 = grandios):
4

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Rezension: „Duale Reihe Anästhesie“

Duale Reihe Anästhesie Intensivmedizin Notfallmedizin SchmerztherapieAuch für die Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie gibt es seit Ende des letzten Jahres eine neue Auflage der Dualen Reihe.

Das Lehrbuch teilt sich auf in 4 verschiedene Kapitel und beginnt sinnvollerweise mit der allgemeinen Anästhesie, wodurch auf ca. 200 Seiten die Grundlagen für das weitere Verständnis und das Anästhesie-Management vor, während und nach der OP geschaffen werden.

Im zweiten Teil werden verschiedene Herausforderungen der Anästhesie in den einzelnen medizinischen Disziplinen (Augenheilkunde, Neurochirurgie, Gynäkologie, Dermatologie, Orthopädie usw.) vorgestellt. Auch die Anästhesie bei ambulanten Operationen gehört zu diesem Kapitel. Allerdings ist der „typische Ablauf“ einer ambulant durchgeführten Kniegelenksarthroskopie auf der letzten Seite dieses Kapitels von der Zeitplanung her eher utopisch, denn es wird kaum ambulant kniegelenksarthroskopierte Patienten geben, die nach ca. 3 Stunden wieder nach Hause können.

Der dritte Abschnitt des Buches erläutert die Intensivmedizin, Notfallmedizin und die Schmerztherapie. Überzeugend sind hier die Texte, die eingängig und leicht verständlich geschrieben sind. Es wird zum Beispiel auch erwähnt, warum man auch als Notarzt Berufsschuhe für den medizinischen Bereich tragen sollte. Leider fehlt es diesem Teil etwas an Bildern und so gibt es teilweise seitenlang nur Text. Am Ende gibt es noch 10 Seiten über die Palliativmedizin, was in der 3. Auflage dieses Lehrbuchs noch nicht enthalten war.

Ein besonderes Schmankerl gibt es noch im Anhang: Als letztes Kapitel findet man dort eine 10-Seiten-umfassende Tabelle über die Indikationen, Dosierungsempfehlungen, Wirkungen und Nebenwirkungen gebräuchlicher Medikamente. Über so eine Tabelle freut sich sicherlich jeder Medizinstudent, weil man so das wichtigste auf einen Blick hat.

Fazit:

Die Duale Reihe Anästhesie ist logisch gegliedert und angenehm geschrieben. Neben dem normalen Text gibt es wie in jeder Dualen Reihe noch das integrierte Kurzlehrbuch am Seitenrand. Leider fehlt es teilweise ein bisschen an der Bebilderung und den klinischen Fällen. Ein Hightlight ist aber der Anhang mit der Medikamententabelle.

Kurzinfo:

Autor(en): Jochen Schulte am Esch, Hanswerner Bause, Eberhard Kochs, Jens Scholz, Thomas Standl, Christian Werner
Verlag: Thieme
Auflage: 4.
Erscheinungsjahr: 2011
Seitenanzahl: 696
Abbildungen:
350
Preis: 39,99 €

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Rezension: „BASICS Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie“

Basics Anästhesiologie, Intensivmedizin und SchmerztherapieDas „BASICS Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie“ liest sich flüssig und beschränkt sich auf die wesentlichen Punkte dieser Fächer, sodass man das Buch gut in der Bahn oder auch vor dem gut Schlafen noch lesen kann und trotzdem einiges mitnimmt.

Ganz im Stile der BASICS-Reihe von Elsevier gliedert sich das Buch in 2 Teile: Im allgemeinen Teil wird ein Fundament aus technischen Grundlagen sowie dem Wichtigsten aus der Physiologie und Pharmakologie geschaffen. Im speziellen Teil werden diese Grundlagen dann auf die wichtigsten Themen in der Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie angewendet. In der Regel wird dabei ein Thema jeweils auf einer Doppelseite mit Bildern, Grafiken und einer rot unterlegten Zusammenfassung am Ende behandelt.

Ganz nach dem Anspruch des Buches bekommt man durch diese Aufteilung zu den meisten Themen einen guten Zugang. Die Qualität der einzelnen Kapitel schwankt aber etwas. Sehr gut zusammengefasst sind beispielsweise die wichtigsten Hypnotika, wodurch man nicht durch unwichtigere und selten verwendete Substanzen den ersten Überblick verliert. Das Säure-Basen-Kapitel oder die Schmerztherapie werden hingegen leider viel zu knapp abgehandelt.

Statt wie in manchen anderen BASICS-Ausgaben gibt es nach dem speziellen Teil keine Fallbeispiele, sondern sogenannte Flussdiagramme. Diese bilden 10 verschiedene wichtige Algorithmen und Handlungsschemata ab, wie zum Beispiel die Blutzuckereinstellung auf der Intensivstation, ein Ablaufschema zum Handeln bei schwierigem Atemweg oder die Diagnostik und Therapie der Sepsis. Schade, dass es von diesen Schemata im Buch nicht noch mehr gibt, denn diese werden nicht nur gerne in Klausuren abgefragt, sondern lassen sich in dieser Form auch hervorragend auswendig lernen.

Fazit:

Dieses BASICS-Lehrbuch gibt einen guten Überblick über die Fächer Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie. Für Querschnittsbereiche kann ein BASICS-Buch auch schon mal ausreichen, aber für die Anästhesiologie sollte man es am besten zum Vorbereiten auf die Vorlesungen nutzen, die dann meistens mehr ins Detail gehen.

Kurzinfo:

Autor(en): P. Keppeler, M. Krämer, L. Scholz, J. Vater
Verlag: Elsevier
Auflage: 2.
Erscheinungsjahr: 2011
Seitenanzahl: 146
Abbildungen:
110
Preis: 19,50 €

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