Versäumnisse sorgen für Fachkräftemangel im Gesundheitssektor

Im Zuge des demografischen Wandels ist in den Medien immer wieder auch vom sogenannten Fachkräftmangel die Rede. Dabei werden zumeist zwei beispielhafte Branchen genannt, in denen dieses Phänomen erwartet wird beziehungsweise aktuell schon angekommen ist. Die eine ist die Elektro- und Maschinentechnikbranche und die andere der Gesundheitssektor. Wer in diesem Bereich tätig ist, weiß, dass die Not dort meist sehr groß ist.

Mitarbeiter- und Budgetmangel in der gesundheitlichen Versorgung

Längst gehören Pflegeberufe für junge Leute nicht mehr zu den Traumjobs in Deutschland.Die Gründe für den Personalmangel in den Krankenhäusern, Pflege- und Altenheimen liegen auf der Hand: Der demografische Wandel mit der immer älter werdenden Gesellschaft führt zu immer höheren Patientenzahlen im Gesundheitsbereich und die Politik hat es in den vergangenen Jahrzehnten verpasst die dort angesiedelten Berufe attraktiv zu gestalten. Weder die Arbeitszeiten, noch die Enlohnung sprechen derzeit für einen Wandel dieser Entwicklung. Ärzte wie auch das Pflegepersonal arbeiten meistens an den Grenzen des Menschenmöglichen und werden dafür auch noch mehr als unzureichend bezahlt. Wenn man den Nettostundenlohn als Maß der Attraktivität eines Jobs zugrunde legt, landen Berufe im Gesundheitssektor traditionell auf den hinteren Plätzen. Da auch das Ansehen in der Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen hat, gibt es für junge Leute immer weniger Gründe sich für diesen Berufszweig zu entscheiden.

Fachkräftemangel schürt tiefgreifende Probleme

Natürlich hat die Politik diese Missstände zumindest in geringem Ausmaß mittlerweile auch erkannt. Jedoch wirken die Maßnahmen noch nicht wirklich und so wird es neben Problemen bei der regionalen Verteilung der ärztlichen Berufe vor allem auch weiterhin akuten Fachkräftemangel im Pflegesektor geben. Ausländische Arbeitskräfte stellen mehr als eine Alternative dar, aber gerade im Umgang mit älteren kranken Menschen ist neben einer engagierten Arbeitsmoral die deutsche Sprache unverzichtbar. Sprachkurse werden angeboten, jedoch auch hier bisher nicht in dem notwendigen Ausmaß. Und so bleibt nebenbei weiterhin eine unzumutbare Arbeitsbelastung, die sich bei Weitem außerhalb der gesetzlichen Arbeitszeitvorgaben bewegt und eine außerordentliche schlechte Bezahlung.

Gewerkschaften fordern seit Jahren tiefgreifende Verbesserungen in diesen Bereichen, doch die Politik scheint das Problem nicht gänzlich zu fassen. Das Gesundheitsresort wird neben der Renten zum nächsten stiefmütterlich behandelten Thema, was nicht nur zu weiteren Mehrkosten führt, sondern vor allem auch zu einem immer tiefgreifenderen strukturellen Problem, dessen Lösung enormen finanziellen und zeitlichen Aufwand bedeuten wird.

Bild: Sira Anamwong / FreeDigitalPhotos.net

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