Von der Luftfahrt lernen: Fehlermanagment in der Medizin

In vielen Kliniken und Arztpraxen wird bereits mit einem Luftfahrt-ähnlichen Fehlermanagment gearbeitet, um die Fehlerquote zu minimierenIrren ist menschlich und deshalb passieren selbst hervorragend ausgebildeten Medizinern oder Piloten fehler. Dabei haben beide eine Gemeinsamkeit: Wenn Ärzte pfuschen oder Flugkapitäne oder Fluglotsen sich irren, leiden viel schneller Menschenleben darunter als in anderen Berufen.

Anders als in der Medizin gibt es aber in der Luftfahrt spätestens seit Katastrophen wie dem Zusammenstoß zweier Boing 747 auf Teneriffa 1977 bei den meisten Fluggesellschaften feste Pläne für ein Fehlermanagment, wodurch das Auftreten dieser enorm minimiert werden kann. Neben der puren Bereitschaft von Mitarbeitern Fehler direkt und ohne Umwege zuzugeben und einer konstruktiven Kritik aller anderen Beteiligten, führen vor allem fest konzipierte, fast einstudierte, Abläufe dazu, dass die Fehlerwahrscheinlichkeit klein gehalten werden kann.

In deutschen Kliniken wird im Rahmen von Qualitätssicherungsprogrammen genau das vermittelt und so versucht von der Luftfahrt zu lernen. Ein Paradebeispiel, wie es im Falle eines Fehlers ablaufen kann, liefert eine Arztpraxis im bayerischen Kirchberg. Dort hatte eine Arzthelferin im Rahmen einer Hyposensibilisierungsbehandlung einer 27-jährigen Patientin eine falsch hohe Dosis des Allergens gerichtet, die anschließend von dem Arzt verabreicht wurde. Der Patientin passiert nichts, aber der Fehler, der wohl aufgrund mangelnder Dokumentation auftrat, wurde anschließend von der Arzthelferin ohne weiteres zugegeben und in einer Besprechung mit allen Mitarbeitern der Praxis besprochen, damit so eine Situation nicht mehr auftritt.

Ein so vorbildliches Verhalten wird in vielen anderen Arztpraxen und Krankenhäusern ebenfalls praktiziert und immer weiter optimiert, damit in der Medizin in naher Zukunft einmal so wenige Fehler passieren wie gegenwärtig in der Luftfahrt.

Bild: hin255 / FreeDigitalPhotos.net

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