Allergische Reaktionen bei Kontrastmittelgabe am CT

Sowohl im klinischen als auch im ambulanten Bereich gehört die Schnittbildgebung mittlerweile zum ganz normalen Alltag. Ohne die Bilder werden nur noch wenige Diagnosen gestellt. In den meisten Fällen wird dabei auf die auf Röntgenstrahlen basierende Computertomographie zurückgegriffen, da sie vielerorts verfügbar ist und die Bilder schnell erzeugt werden können.

Untersuchungen im CT-Scanner sind ein wichtiger Pfeiler der Diagnostik vieler Krankheitsbilder.

Bei vielen Fragestellungen werden die Schnittbilder mit ionischen Kontrastmitteln angefertigt, die während der Untersuchung intravenös verabreicht werden. Zu den Indikationen, die eine Kontrastmittelgabe über die Vene unverzichtbar machen, gehören zum Beispiel: Die Frage nach einer Lungenarterienembolie, Untersuchungen von Gefäßen, Fokussuche bei unklaren Infektionen, Staginguntersuchungen bei Tumorerkrankungen. Gegebenenfalls kann auch mal die orale oder rektale Kontrastmittelgabe Sinn machen, wenn man den Magen-Darm-Trakt genauer darstellen möchte.

Intravenöse Röntgen-Kontrastmittel für CT-Untersuchungen sind also generell sehr sinnvoll und birgen nur wenige Risiken. Neben einer Schädigung der Nieren (bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr jedoch nahezu unbedenklich) und einer hyperthyreoten Stoffwechsellage (fast ausschließlich für Patienten mit SchilddrüsenÜBERfunktion relevant) kommt es bei weniger als 5 Prozent der Patienten zu einer Kontrastmittelunverträglichkeit.

Wie jede andere allergische Reaktion kann man diese in verschiedene Schweregrade einteilen. Die leichteste Form (Schweregrad I) einer Kontrastmittelreaktion kann sich durch Juckreiz, Hautrötungen (allergischer Hautausschlag Bilder), Quaddeln oder Hautschwellungen bemerkbar machen. Bei schwereren Formen (Schweregrad II) kann man einen Anstieg des Pulses, Übelkeit oder einen leichten Blutdruckabfall beobachten. In extrem seltenen Fällen (Schweregrad III und IV) kann es mal zu Luftnot mit Zyanose, Erbrechen oder einer ungewollten Defäkation bis hin zum anaphylaktischen Schock kommen. Allerdings sind alle Formen einer allergischen Reaktion mit Antiallergika (zum Beispiel Tavegil, Cimetidin) und Cortison zu behandeln. Etwas Kribbeln, ein Wärmegefühl und / oder ein metallischer Geschmack auf der Zunge während der intravenösen Kontrastmittelgabe sind am CT übrigens völlig normal und zeigen noch keine allergische Reaktion an.

Viele Patienten, die mal eine Kontrastmittelreaktion gezeigt haben, misinterpretieren diese als Iodallergie. Eine Allergie auf Iod ist allerdings noch viel seltener und würde ja vor allem auch implizieren, dass man keinen Fisch (enthält Iod) und auch kein iodhaltiges Salz mehr zu sich nehmen kann ohne eine allergische Reaktion zu zeigen.

Wenn es bei einem Patienten zu einer Kontrastmittelunverträglichkeit des Schweregrads I und II gekommen ist, heißt das nicht, dass diese Personen nicht wieder eine CT-Untersuchung mit intravenösem Kontrastmittel erhalten können. Eine halbe Stunde vor der Bildgebung brauchen diese jedoch eine Prämedikation mit Antiallergika und Kortison, um eine ruhige Untersuchung herbeizuführen.

Juckreiz kann bei einer leichten allergischen Reaktion auftreten.

Auf eine orale oder rektale Kontrastmittelgabe reagieren im Übrigen noch viel weniger Patienten allergisch, weshalb diese Form der Kontrastierung noch viel unbedenklicher ist. Ebenfalls sollte man nicht das iodhaltige Kontrastmittel im CT mit dem Kontrastmittel am Kernspintomographen (MRT) verwechseln, das meistens gadoliniumhaltig ist und noch viel seltener eine Allergie hervorrufen kann. Wer also mal auf iodhaltiges Kontrastmittel am CT reagiert hat, kann das Kontrastmittel am MRT trotzdem sehr gut vertragen.

Insgesamt sollte man vor einer intravenösen Gabe von iodhaltigem Kontrastmittel in der CT-Bildgebung also immer die Indikation prüfen und als Arzt über mögliche Risiken aufklären. Eine manifeste Kontrastmittelreaktion in Form einer allergischen Reaktion ist jedoch sehr selten und gut behandelbar.

Bilder: pixabay.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*