Rezension: „Physiologie“ (Bartels; Elsevier)

Physiologie - Lehrbuch der Funktionen des menschlichen KörpersDas Vorklinikfach Physiologie ist bei vielen Studenten gefürchtet, da es doch ein hohes Maß an Verständnis für Zusammenhänge bedarf, um die große Stoffmenge zu verinnerlichen oder zumindest für die Prüfung zu verstehen. „Physiologie“ von Rut und Heinz Bartels ist ein schon etwas älteres Buch, das aber immer noch seine Berechtigung hat.

Zielgruppe:

Das Buch richtet sich vorwiegend an Medizinstudenten des vorklinischen Studienabschnitts, denen vor allem zusammenhängendes Wissen wichtig ist und die gerne den Überblick behalten.

Aufbau / Didaktik:

Auf den ersten Seiten werden Einheiten der Messgrößen, SI-Einheiten, Umrechnungsfaktoren, chemische Elemente und bestimmte Normalwert in Tabellen kurz rekapituliert. Das Buch teilt sich dann auf in 5 große Kapitel: Grundlagen der physiologischen Vorgänge; Stoffaufnahme, Transport und Ausscheidung; Verarbeitung von Umwelteinflüssen; Koordinierende System; Fortpflanzung. Damit sind alle wichtigen Themen der menschlichen Physiologie abgedeckt. Kleine Hinweise mit der Überschrift „Path“ beschreiben pathophysiologische Zusammenhänge, unter „Präv“ zeigen die Autoren auf, welche vorbeugenden Maßnahmen die Pathologien verhindern können. Immer wieder werden sinnvolle Zusammenfassungen angebracht. Insgesamt fällt vor allem die gute und schnörkellose Struktur sowie das unaufgeregte, klare Design auf.

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Tattooentfernungen und ästhetische Medizin – Der alternative Berufsalltag einer Ärztin

Ein Gastbeitrag von Dr. med. univ. Petra Hirtler (Fachärztin für Allgemeinmedizin, spezialisiert auf die Laser-Tattooentfernung).

Petra Hirtler führt Tattooentfernungen in Wien durch.Hallo liebe Medizinstudenten und Medizinstudentinnen, hallo liebe zukünftigen Ärzte und Ärztinnen. Ich möchte mich kurz vorstellen. Ich heiße Dr. med. univ. Petra Hirtler und ich bin Fachärztin für Allgemeinmedizin, spezialisiert auf ästhetische Behandlungen. Der Fokus meiner Behandlungen liegt auf Tattoos, die Behandlung deren Komplikationen und der Tattooentfernung mit dem Laser. Diese Tätigkeit übe ich bereits seit über zehn Jahren aus. Neben der Tattooentfernung unterstütze ich meine Patienten auch anderweitig bei der “Gestaltung” ihres Körpers und helfe Ihnen dabei, ihrer Schönheit die passende Form zu geben und durch kleine Veränderungen des Äußeren ihr inneres Strahlen erscheinen zu lassen. 😉

Medizinstudium und dann…?

Auch ich habe wie jede andere Ärztin und jeder andere Arzt auch einmal Medizin studiert. Dies tat ich in Graz. In Klagenfurt und Villach absolvierte ich dann meine Ausbildung zur Allgemeinmedizinerin. Ich hatte schon immer einen Hang zur ästhetischen Medizin, zum Kreativen und zur Kunst. Diese Vorlieben im strikten Praxisalltag zu vereinen hört sich im ersten Moment schwierig an. Allerdings habe ich diesen Spagat zwischen Berufung und Leidenschaft geschafft und möchte alle MedizinerInnen, die mit dem Gedanken spielen, etwas anderes, ausgefallenes zu probieren, dazu ermuntern dies auch zu tun.

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Der Weg zum Doktor der Medizin (2): Was vorher geklärt sein muss

Angelina Bockelbrink gibt ihr Wissen und ihre Erfahrung im Bereich der medizinischen Wissenschaft an junge Mediziner weiter.Angelina Bockelbrink ist promovierte Medizinerin, Epidemiologin, Dozentin und Autorin. Sie hat viele Jahre in der universitären Wissenschaft gearbeitet, gelehrt und Doktoranden betreut. Als ganzheitlicher Wissenschaftscoach unterstützt und begleitet sie MedizinerInnen beim Einstieg ins wissenschaftliche Arbeiten und Schreiben.


In den einschlägigen Foren lese ich regelmäßig Fragen zur Machbarkeit oder Sinnhaftigkeit ganz konkreter Doktorarbeiten. Oft werden diese Fragen eingeleitet mit der Feststellung, dass man vergessen habe, das im Erstgespräch mit dem potenziellen Doktorvater / der potenziellen Doktormutter zu klären. Deshalb möchte ich dir hier einen Leitfaden geben, welche Themen, du unbedingt vor dem Beginn einer Doktorarbeit klären solltest.

Formale Voraussetzungen

Wenn nun also die Entscheidung gefallen ist, eine Doktorarbeit schreiben zu wollen, ist es sicher eine gute Idee, sich zuerst einmal beim Promotionsbüro zu informieren. Das Promotionsbüro fast jeder Uni hat einen eigenen Internetauftritt, wo man zumindest die Promotionsordnung und die entsprechenden Formulare für die Anmeldung einer Promotion einsehen kann.

In einem persönlichen Gespräch mit dem möglichen Doktorvater sollten Vorgehensweise und Ziele der Promotion klar besprochen werden.Die Anmeldung einer Promotion ist meist nicht von Beginn an notwendig. Inzwischen gibt es jedoch an einigen Hochschulen Bestrebungen alle begonnenen Doktorarbeiten zu erfassen. Bislang geschieht das nicht systematisch, was bedeutet, dass man zwar sehr gut weiß, wie viele Doktortitel tatsächlich vergeben werden, aber keinen Überblick hat wie viele Doktorarbeiten in einer Fakultät begonnen und möglicherweise wieder abgebrochen werden.

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Aphten – schmerzhafte Entzündungen im Mund

Aphthen sind kleine, schmerzhafte Wunden, die im Mund an Lippen, Wangen, Zahnfleisch und Zunge auftreten. Die meisten Menschen bekommen in ihrem Leben Aphten. Bei einigen treten die kleinen Ulzerationen jedoch immer und immer wieder auf. Im Folgenden erfahren Sie, woher Aphten kommen, wie man sie vermeidet und was zu tun ist, wenn Aphten einmalig oder wiederholt auftreten.

Was verursacht das Auftreten von Aphte?

Aphten an der Mundschleimhaut sind schmerzhaft und lästigEs ist medizinisch nicht genau geklärt, was Aphten im Mund verursacht. Fest steht jedoch, dass sie nicht ansteckend sind und sich nicht über den Speichel verbreiten lassen. Aphten können in einigen Fällen das Ergebnis einer Verletzung im Mund sein, beispielsweise wenn Sie sich versehentlich auf die Wange beißen oder wenn Zahnspangen an der Innenseite der Wangen oder des Lippenrückens hängen bleiben oder daran reiben. Aphten können auch durch eine Reihe weiterer Faktoren ausgelöst oder in ihrer Entstehung begünstigt werden. Dazu gehören ein schwaches Immunsystem, Austrocknung der Mundschleimhaut, Allergien, Stress und sogar die Einnahme bestimmter Medikamente.

Weitere häufige Faktoren, die die Entstehung von Aphten begünstigen, sind hormonelle Veränderungen während des Menstruationszyklus, ein Mangel an Vitamin B-12, Zink, Folsäure oder Eisen, genetische Prädisposition, Empfindlichkeit gegenüber Schokolade, Kaffee, Erdbeeren, Eiern, Nüssen, Käse sowie scharfen oder sauren Lebensmitteln, die Verwendung von Zahnpasta mit Natriumlaurylsulfat.

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Schon wieder zu früh?

Der frühzeitige Samenerguss des Mannes, auch Ejaculatio praecox genannt, ist die häufigste Sexualstörung des Mannes. Doch wann liegt überhaupt ein vorzeitiger Samenerguss vor und was kann man dagegen tun?

Kommt er regelmäßig zu früh, kann das eine Beziehung auf eine harte Probe stellen.Groß angelegte Studien gehen davon aus, dass zwischen 20 und 3ere0 Prozent der Männer unter 60 Jahren regelmäßig einen zu frühen Orgasmus erleben. Zum Vergleich: Zwar nimmt die Prävalenz der erektilen Dysfunktion (ED) im Alter stark zu, aber unter den 20-40 Jährigen leiden nur etwa 5-10 Prozent darunter. Zur Definiton einer vorzeitigen männlichen Ejakulation gibt es unterschiedliche Ansichten. Geht man nach der allgemeingültigsten, dann liegt eine Ejaculatio praecox vor, wenn der Mann nach einer Minute oder früher nach Eindringen in die Vagina zum Orgasmus kommt. Das allein muss allerdings noch kein Problem sein, denn erst, wenn das regelmäßig vorkommt und mindestens einen Partner belastet, sollte man überlegen, wie man das ändern kann.

Der erste Schritt, um das Problem anzugehen ist sicher die Ursachenforschung. Ist der frühzeitige Samenerguss partnerabhängig oder war er schon immer manifest? In den meisten Fällen liegen dem Problem psychische Ursachen zugrunde, aber es gibt auch körperliche Erklärungen. So sollten von Anfang an Erektionsstörungen (ED), eine Prostataentzündung sowie Schilddrüsenprobleme ausgeschlossen werden. Zu den häufigsten mentalen Gründen für die Störung zählt der psychische Druck, der bei Betroffenen mit der Dauer der Störung über die Zeit immer weiter wächst.

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Rezension: „Fallbuch Anästhesie, Intensivmedizin und Notfallmedizin“

Das Fallbuch Anästhesie, Intensivmedizin und Notfallmedizin von Thieme.Als Medizinstudent steht man zwangsläufig irgendwann im Studium, spätestens im PJ, vor der Herausforderung die Theorie in die Praxis umzusetzen. Häufig ist es gar nicht so einfach das Wissen an konkreten Fällen anzuwenden, zumal das deutsche Medizinstudium oft noch sehr theorielastig ist. Hier kann das Fallbuch Anästhesie Abhilfe schaffen: mit 100 Fallbesprechungen ist man für den studentischen Klinikalltag gut gewappnet.

Zielgruppe:

Das Fallbuch AINS richtet sich hauptsächlich an Studenten, die sich auf eine Anästhesie-Famulatur, eher aber noch auf ein Anästhesie-Tertial im PJ vorbereiten. Anästhesiologisches und intensivmedizinisches Vorwissen ist sinnvoll, ansonsten werden sich die Fallbesprechungen sehr zäh gestalten. Das Fallbuch eignet sich ebenfalls bestens zur M3-Vorbereitung in der Prüfungsgruppe.

Aufbau / Didaktik:

Das Buch ist in zwei Teile aufgeteilt: Zuerst werden 100 Fallbeispiele mit je fünf Fragestellungen aufgelistet und in zweiten Teil finden sich die Lösungen mit ausführlichen Erläuterungen und anschaulichen farbigen Abbildungen. Während die Fallbeispiele übersichtlich auf je einer Seite präsentiert werden, sehen die Lösungen etwas unstrukturiert aus. Es wäre sicherlich angenehmer, wenn der Wechsel zur nächsten Lösung nicht unmittelbar auf derselben Seite der Vor-Lösung stattfände.

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Kurzvorstellung: Urologie – Zwischen Niere und Prostata

Die Urologie wird an den meisten Universitäten im Studentenunterricht relativ kurz abgehandelt. Das Blockpraktikum bringt es vielerorts auf nur einen Tag im Krankenhaus und die Vorlesungen werden maximal ein Semester lang gehalten.

Die Urologie befasst sich unter anderem mit Erkrankungen der bildenden und ableitenden HarnwegeTrotzdem entscheiden sich immer mehr Studenten für die Urologie als Wahlfach im praktischen Jahr oder testen das Interesse bei einer Famulatur in diesem Bereich. Denn genau wie Gynäkologie, HNO oder die Augenheilkunde handelt es sich bei der Urologie auch um ein sogenanntes halboperatives Fach. Die Chirurgie nimmt einen großen Teil der Arbeit eines Urologen ein, ist aber nicht das einzige Mittel. Die Aufgabenbereiche in diesem Fach beziehen sich hauptsächlich auf die harnbildenden und harnableitenden Organe, also Niere, Blase, Harnleiter und -röhre und die männlichen Geschlechtsorgane wie die Prostata, Penis und die Hoden. Auch die erektile Dysfunktion und ihre medikamentöse und / oder chirurgische Therapie ist ein wichtiges Thema in der Urologie, wie man es beim PHALLOSAN forte Test nachlesen kann. Durch diese Bereiche gibt es einige Überschneidungen zu anderen Fächern, wie der Nephrologie, Gynäkologie, Onkologie, Neurologie, Chirurgie oder durch die Behandlung der Geschlechtskrankheiten auch zur Dermatologie.

Zu einem Urologen gehen die meisten Männer erst ab dem 50. Lebensjahr oder wenn sie Beschwerden haben. Dabei ist eine Vorsorgeuntersuchung für eine Prostatahyperplasie beispielsweise schon ab dem 40. Lebensjahr sinnvoll und wird ab 45 dann auch von den Krankenkassen bezahlt, da das daraus möglicherweise entstehende Prostatakarzinom nicht nur die häufigste urologische Krebserkrankung ist, sondern bei Männern in Industrinationen generell die meist verbreiteste Malignomart darstellt und im frühen Stadium noch gut zu behandeln ist.

Die Urologie befasst sich unter anderem mit den Geschlechtsorganen des MannesIm Jahr 2006 waren in Deutschland circa 6400 Urologen gemeldet, von denen 4900 ungefähr drei Viertel auch ärztlich tätig waren. Nur ungefähr 500 davon waren Frauen. Die Facharztausbildung zum Urologen dauert wie die meisten anderen auch 5 Jahre und findet zumeist in einer Klinik statt, denn neben dem stationären Alltag zählt dabei vor allem auch, dass man für die Weiterbildung auf die dafür wichtigen Operationen kommt. Selbst, wenn man aber als junger Arzt nicht sofort in einer urologischen Abteilung unterkommt, gibt es in der urologischen Facharztausbildung auch einen sogenannten Common Trunk, also einen Weiterbildungskatalog, der sich mit dem anderer Facharztrichtungen überschneidet. Man kann dann also auch zum Beispiel erst einmal in der Allgemeinchirurgie anfangen und kommt der Facharztprüfung für Urologen trotzdem näher.

Interessant ist außerdem, dass die Urologie ein Fach ist, das neben chirurgischen Elementen auch die Möglichkeit bietet sich später einmal niederzulassen und damit in der ambulanten Versorgung tätig zu werden. Man bekommt also die Möglichkeit später einmal in einer Praxis zu arbeiten oder auch in einer Klinik Karriere zu machen und praktiziert so immer mit den neuesten Methoden und Techniken. Ein weiterer Pluspunkt an der Urologie sind für viele die modernen, innovativen Operationsverfahren, die dort eingesetzt werden, wie beispielsweise der Da Vinci Operationsroboter, der an immer mehr Kliniken fester Bestandteil der operativen Versorgung ist.

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