Digitale Geldbörse: Wie sich das Bezahlen für die nächste Generation verändert

Ob PSD2, Instant Payment, mobiles sowie kontaktloses Bezahlen oder auch die Nutzung von Kryptowährungen: Noch vor ein paar Jahren waren das rein futuristische Themen, die nur ein Bruchtbreil der technikaffinen Nerds verstanden hat – heute hingegen ist das kontaktlose Bezahlen mit dem Smartphone oder der Bankkarte zur Normalität geworden.

Das klassische Bargeld wird immer mehr von modernen Bezahlsystemen abgelöst.Wie wird die Reise weitergehen? Werden in weiterer Folge noch mehr Bezahlmethoden das Licht der Welt erblicken und kommt es zur Abschaffung des Bargelds? Noch ist unklar, wie sich das Bezahlen für die kommenden Generationen verändern wird. Doch eines steht fest: Digitale Geldbörsen werden einen größer werdenden Stellenwert einnehmen – die digitalen Portemonnaies befinden sich nämlich seit Jahren auf der Überholspur.

Der Blick in die Zukunft

Wie könnte der Bezahlvorgang im Jahr 2030 aussehen? Das „Internet of Things“, das Internet der Dinge, das als IoT bezeichnet wird, ist nicht mehr wegzudenken. So befinden sich in den Alltagsprodukten wie Kleidungsstücken Sensoren, Mikrofone sowie Kameras und Prozessoren, die miteinander vernetzt sind. Das Zuhause reagiert auf Gesten wie Sprachbefehle. Es geht um von der „Künstlichen Intelligenz“ gesteuerte Maschinen, Haushaltsgeräte wie Apps, die selbständig untereinander kommunizieren und auch immer den Gesundheitszustand des Nutzers im Blick haben. Nebenbei werden noch vorausschauend Produkte wie Waren bestellt oder auch einfache Aufgaben erledigt.

Noch kann man sich ein derartiges Szenario kaum vorstellen. Doch die Chancen stehen gut, dass die Welt in einem Jahrzehnt gänzlich anders aussehen wird. So auch, wenn es um den Bezahlvorgang geht. Denn das Bargeld wird einen immer geringeren Stellenwert einnehmen.

NFC-Technologie macht es möglich

Das Bezahlen wird immer komfortabler. Man muss nicht mehr sein Kleingeld zählen oder darauf achten, genügend Bargeld eingesteckt zu haben. So nutzen immer mehr Deutsche ihre Debit- oder Kreditkarte, um so kontaktlos an der Kasse bezahlen zu können. Durch die „Near Field Communication“ (kurz: NFC) ist es möglich, selbst kleine Beträge problemlos mit der Karte ohne direkten Kontakt zu bezahlen. Zudem gibt es neben der Debit- wie Kreditkarte noch die Möglichkeit, das Smartphone als digitales Portemonnaie zu verwenden. Bezahlt wird über die entsprechende App – bestätigt wird der Bezahlvorgang per Touch- oder Face-ID. Der Bezahlvorgang ist genauso komfortabel wie mit der Kreditkarte.

Zukünftig könnte man mittels VR-Brille durch virtuelle Einkaufsläden gehen.Wichtig ist nur, dass man die für sein Betriebssystem passende App wählt. Für Android-Geräte stehen die Apps Google Pay sowie die der Hausbanken zur Verfügung – das heißt, man nutzt entweder direkt den Google-Dienst oder vertraut der App seiner Bank. Wer hingegen mit iOS arbeitet, der muss mit Apple Pay arbeiten. Hier werden keine Dritt- bzw. Fremdanbieter akzeptiert. Auch Smartwatches, Datenbrillen und Fitnessarmbänder werden immer wieder für den Bezahlvorgang genutzt. Hier spricht man von Wearable Payment – das beschreibt den Bezahlvorgang mit einem tragbaren Gerät. Auch hier kommt die NFC-Technologie zum Einsatz. Zu beachten ist, dass hier keine zusätzliche Authentifizierung notwendig ist – der Bezahlvorgang erfolgt somit ohne zusätzliche Bestätigung.

Mit VR-Brillen könnte es sogar eine grundlegende Veränderung beim Online Shopping geben. Denn mit der Datenbrille kann selbst vom Sofa aus durch den Online Laden spaziert werden. Per Augenzwinkern einen Artikel in den Warenkorb legen und dann bezahlen? Ist dann kein Problem mehr. Doch noch ist die Verifizierung per Netzhaut-Scan reine Zukunftsmusik. Wohl auch noch im Jahr 2030.

Anders hingegen, wenn es um das Voice Payment geht. Alexa, Google Home und Siri sind bereits längst Teil des Alltags geworden. Sie verraten einem das Wetter, beantworten zahlreiche Fragen und spielen die Lieblings-Playlist ab und schreiben Notizen ins Smartphone. Voice Banking ist somit die logische Folge. Das heißt, die praktischen Haushaltshelfer übernehmen dann per Sprachbefehl die Bankgeschäfte.

Wahrheit wird wohl in der Mitte liegen

Es gibt viele Visionen, wie die Welt im Jahr 2030 aussehen könnte. Die Wahrheit liegt wohl irgendwie in der Mitte. Denn noch ist unklar, wie schnell sich die Technologie auf diesem Gebiet entwickeln kann – vor allem geht es auch um die Frage, wie die Staaten die ganzen neuen Bezahlmethoden sehen. Denn mitunter werden Gesetzesänderungen notwendig sein, um die eine oder andere neue Bezahlvariante umsetzen zu können.

Bilder: pixabay.com

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