Medizinischer Klebstoff – sicherer Verschluss für Wunden

Zum Wundverschluss offener Wunden, für Implantate sowie bei Operationen wird medizinischer Kleber eingesetzt. Während früher hauptsächlich der körpereigene und blutungsstillende Klebstoff Fibrin verwendet wurde, werden Wunden heute vor allem mit modernsten Cyanoacrylat-Ester-Klebstoffen verschlossen. Durch die Erfindung dieser Klebstoffe konnten bereits Millionen von Menschenleben gerettet werden.

Der Einsatz medizinischer Kleber in der Humanmedizin

Medizinische Klebstoffe können Defekte an vielen verschiedenen Gewebearten beheben.Erst seit dem 20. Jahrhundert kommen medizinische Kleber in der Humanmedizin zur Vereinigung verschiedener Gewebe, zur Fixierung von Prothesen und Implantaten sowie zum Verschluss von Gewebedefekten zum Einsatz. Neben hoher Reißfestigkeit muss Medizinkleber auch eine ausgezeichnete Gewebeverträglichkeit aufweisen. Neue Präparate werden deshalb zunächst im Rahmen strenger Prüfungen getestet, bevor die Marktzulassung erteilt wird. Biomedizintechnikern von der australischen Universität Sydney gelang vor Kurzem die Entwicklung eines neuartigen, hochelastischen medizinischen Klebstoffs der selbst bei der Versiegelung besonders hartnäckiger und schwer verschließbar Wunden wirksam sein soll. Berichten zufolge ist der neue Medizinkleber in der Lage, Wunden innerhalb von sechzig Sekunden zu verschließen und zu versiegeln. Sobald der Wirkstoff dem UV-Licht ausgesetzt ist, verfestigt sich dieser in weniger als einer Minute. Das von den Wissenschaftlern verwendete Material enthält ein spezielles Enzym, sodass die Substanz innerhalb eines bestimmten Zeitraums abgebaut werden kann. Nach vollständiger Abheilung der Wunde löst sich das Enzym auf und wird aus dem Körper des Patienten ausgeschieden. Anders als bei den bisher verwendeten Kleb-Materialien bleiben dabei keinerlei fremde Substanzen zurück.

Hohe Anforderungen an neuartige Medizinkleber

Bislang werden für den Innenbereich vor allem Fibrinkleber verwendet. Dabei unterscheiden sich die oberflächlichen Hautkleber, die geringeren Anforderungen genügen müssen von den bei operativen Eingriffen eingesetzten Medizinklebern. Für die Wundversiegelung in tieferen Geweben dürfen nur Stoffe genutzt werden, die weder Nebenwirkungen noch kanzerogene Auswirkungen haben. Wegen seines biologischen Ursprungs wurde in diesem Zusammenhang bislang meist auf Fibrinkleber zurückgegriffen. Lediglich als Knochenkleber sind auch Methyl-Polymethacrylate-Kleber im Einsatz, da diese wesentlich höheren Belastungen standhalten müssen. Dies ist beispielsweise in der Orthopädie und Unfallchirurgie der Fall, wo besondere Ansprüche an medizinische Kleber gestellt werden. Beim Einsatz von Medizinklebern in diesen Bereichen muss auf die jeweiligen Körperregionen sowie deren Verletzungs- und Krankheitsmuster geachtet werden. Zukünftig könnten sogar Bio-Klebstoffe, die aus dem Schleim von Schnecken hergestellt werden, zum Verschließen von Wunden eingesetzt werden. Die medizinische Forschung beschäftigt sich derzeit intensiv mit der Entwicklung biologisch abbaubarer Medizinklebstoffe. Der Schleim der Nacktschnecke haftet auch an nassen und feuchten Oberflächen. Medizin-Wissenschaftlern gelang mit einem biologischen Klebstoff bereits die Versiegelung eines Loches in einem Schweineherz. Allerdings müssen medizinische Klebstoffe auch für den unmittelbaren oder indirekten Körperkontakt geeignet sein und abhängig von der Art der Anwendung auch Desinfektionen durch unterschiedliche intensive Methoden standhalten. Um eine stabile Adhäsion zu erreichen, kommt es ebenfalls auf die Verklebungsstärke des medizinischen Klebers an. Aus diesem Grund werden häufig Methyl-Polymethacrylate-Präparate, die auch Materialien wie Metall und Kunststoff zum Haften bringen als Knochenkleber bei Implantaten eingesetzt. Diese Medizinkleber müssen sowohl Temperatur-resistent und elastisch sein, da es nur durch Elastizität möglich ist, ausreichend Kräfte auf den Knochen zu übertragen, sodass der Wundverschluss den hohen Belastungen durch das Körpergewicht standhält.

Bild: pixabay.com

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