Methoden zur Empfängnisverhütung

Heutzutage gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, um eine Schwangerschaft beim Geschlechtsverkehr zu vermeiden. Dabei gehören in unserer Gesellschaft die Anti-Baby-Pille und das Kondom zu den gängigsten Methoden. Der sogenannte Pearl-Index beschreibt dabei, zu wie vielen Schwangerschaften es unter 100 Geschlechtsverkehr-praktizierenden Frauen bei dieser Art der Kontrazeption innerhalb eines Jahres kommt. Dabei liegt diese Quote in Studien bei den meisten Verhütungsmethoden sogar unter 1, auch wenn beim Pearl-Index keine sichere Anwendung der Methode garantiert ist. Ohne Empfängnisverhütung liegt der Pearl-Index bei Frauen im Alter von 18 bis 39 Jahren übrigens zwischen 82 und 87.

Natürliche Methoden

Zu den sichersten natürlichen Verhütungsmethoden gehören vor allem das Temperaturmessen und die Billings-Methode zur Bestimmung der Beschaffenheit des Zervixschleims. Die Kombination dieser beiden Methoden führt zu einem Pearl-Index von 0,26 – 2,2. Wenn sich der Eisprung auslöst, muss dann natürlich beim Sex zum Beispiel ein Kondom verwendet werden oder in dieser Zeit komplett auf den vaginalen Geschlechtsverkehr verzichtet werden. Der Coitus interruptus verzeichnet übrigens einen Pearl-Index von bis zu 18.

Mechanische Methoden

Das Kondom ist das einzige Verhütungsmittel, das auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt.Das Kondom ist die in der westlichen Welt am meisten verwendete mechanische Verhütungsmethode. Dabei liegt der Pearl-Index allerdings mit bis zu 14 verhältnismäßig hoch. Das liegt aber hauptsächlich daran, dass ein Kondom schnell falsch angewendet werden kann und Sperma so doch in die Vagina gelangt. Bei korrekter Anwendung beträgt der Pearl-Index 2. Wichtig ist, dass das Kondom immer noch die sicherste Methode darstellt, um sich gegen sexuell übertragbare Krankheiten zu schützen. Gerade, da ausgesprochen gefährliche Krankheiten wie die Syphilis, Gonorrhoe, Genitalherpes oder HIV sich aktuell wieder vermehrt verbreiten, sollte man erst in stabilen, längeren Beziehungen beim Sex auf den Einsatz eines Kondoms verzichten.
Zu den mechanischen Verhütungsmethoden für die Frau gehören zum Beispiel das Diaphragma (Pearl-Index 1-20) und verschiedene Barriereverhütungsmittel, die in Kombination mit Spermazid (tötet die Spermien ab) wirken (Pearl-Index 2-20). Auch kupferhaltige Intrauterinpessare sorgen durch mechanische Reize dafür, dass sich keine Eizelle in die Gebährmutterschleimhaut einnistet.

Hormonelle Methoden

Die bekannteste hormonelle Verhütung ist die Anti-Baby-Pille, oder auch Mikropille genannt. Hierbei sorgen bei regelmäßiger korrekter Anwendung die Hormone Gestagen und Östrogen zu einer Ovulationshemmung und sorgen für einen Pearl-Index von 0,1 – 12 (je nach Korrektheit der Anwendung). Noch bessere Verhütungsergebnisse bringen hormonelle Methoden wie die Hormonspirale, der Vaginalring, die neue Minipille oder die Hormonspritze, die alle drei Monate verabreicht wird. Die „Pille danach“ kann auch noch postkoital eingesetzt werden, sollte aber auch wirklich nur als Notfall-Kontrazeption verwendet werden, da sie extrem in den Hormonhaushalt der Frau eingreift und der Körper nicht selten Monate braucht, um sich davon zu erholen.
Eine „Pille für den Mann“ gibt es leider noch nicht. Eine Australische Forschungsgruppe arbeitet zwar aktuell daran, die Ergebnisse reichen jedoch noch nicht für den flächenhaften Einsatz.

Chirurgische Methoden

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit sich durch einen kleinen Eingriff steriliseren zu lassen. Diese Methode ist beim Mann (Vasektomie) jedoch deutlich einfacher wieder rückgängig zu machen als bei der Frau.

Empfängnisverhütung ist nicht nur die Aufgabe der Frau. Gerade, da viele Menschen aktuell die Gefährlichkeit von sexuell-ansteckenden Krankheiten wieder vermehrt aus den Augen verlieren, sollte beim Tinder- oder Online-Date nie auf ein Kondom verzichtet werden. Erst nach einem negativen Test auf Geschlechtskrankheiten, den man beim Haus- oder Hautarzt durchführen kann, sollte man auf das dünne Latexhäutchen verzichten.

Bild: pixabay.com

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