Rezension: „Facharztprüfung Anästhesie“

Facharztprüfung Anästhesie - 1000 kommentierte PrüfungsfragenVor kurzem haben wir für euch ja „Fehler und Irrtümer in der Anästhesie“ rezensiert. Nun folgt mit „Facharztprüfung Anästhesie – 1000 kommentierte Prüfungsfragen“ ein weiteres Buch für Anästhesie-Interessierte und –Involvierte. Da der Titel selbstredend ist steigen wir gleich ein!

Zielgruppe:

Auch hier sind wohl weitere Erläuterungen fehl am Platz: das Buch richtet sich an anästhesiologische Assistenzärzte, die sich auf die Facharztprüfung vorbereiten möchten. Allerdings eignet es sich durchaus auch als begleitende Literatur, damit man während der fünf langen Jahre Assistenzarztzeit den roten Faden nicht verliert.

Aufbau / Didaktik:

Das Buch hat insgesamt 27 Kapitel, von denen sich vier Kapitel mit allgemeiner Prüfungsvorbereitung (z.B. Lerntipps oder Prüfungsrhetorik) beschäftigen und die restlichen sich nach den anästhesiologischen Leitlinien richten. Von allgemeiner Anästhesie über Intensiv- und Notfallmedizin bis hin zur Schmerztherapie finden sich viele mögliche Prüfungsfragen. Auf eine kurze Frage folgen eine kurze, aber prägnante Antwort und häufig noch weitere Erläuterungen in Form von Zusatzinformationen in kursiver Schrift. An sich sehr übersichtlich gestaltet, fehlt dem müden Medizinerauge allerdings doch etwas Farbe. Das Buch ist, abgesehen vom Einband natürlich, ganz in Schwarz-Weiß gehalten. Sehr ungewöhnlich, und wohl auch etwas überholt, für ein modernes Werk. Für die älteren Generationen unter uns erinnert es etwas an das alte Schwarze-Reihe-Design

weiterlesen Rezension: „Facharztprüfung Anästhesie“

Rezension: „Kurzlehrbuch Innere Medizin, 3. Auflage“

Das Kurzlehrbuch Innere Medizin von Thieme gibt es nun in der 3. Auflage.Das erfolgreiche „Kurzlehrbuch Innere Medizin“ von Thieme gibt es seit dem Frühjahr dieses Jahres in der 3. Auflage.

Zielgruppe:

Wie bereits die Vorauflagen ist das Kurzlehrbuch vor allem für Studenten konzipiert, die in relativ kurzer Zeit einen Überblick über das Stoffgebiet bekommen möchten. Natürlich kann man so auch immer mal wieder bestimmte Themen während einer Famulatur, im PJ oder auch am Anfang der Assistenzzeit nachlesen und wiederholen.

Aufbau / Didaktik:

Das „Kurzlehrbuch Innere Medizin“ gliedert sich in 12 Kapitel, die die einzelnen Gebiete des großen Faches behandeln. So umfasst das Buch von der Kardiologie, Angiologie, Hämatologie, Pneumologie, Gastroenterologie über die Endokrinologie, Nephrologie und Immunologie bis hin zur Rheumatologie, Infektiologie und internistischen Intensivmedizin ein breites Spektrum auf den 664 Seiten. In jedem Kapitel wird erst einmal auf die jeweiligen Leitsymptome und die diagnostischen Methoden hingewiesen, bevor spezifische Krankheitsbilder erklärt werden. Im Vergleich zur Vorauflage fällt sofort auf, dass die Autoren diesmal über 50 Bilder mehr verwendet haben, die das nochmal deutlich verbesserte Layout auch bei den nackten Zahlen bescheinigen. Optisch hervorgehobene Fallbeispiele leiten jedes Kapitel ein und sogenannte „Key Points“, Merke-Kästen, Tabellen und Praxistipps sind ebenfalls im Zuge der Designüberarbeitung von Thieme optisch verbessert worden. Das Lesen der Texte fällt so wirklich leichter und das fördert den Verständnisprozess merklich.

weiterlesen Rezension: „Kurzlehrbuch Innere Medizin, 3. Auflage“

Knapp 6000 Medizinstudierende für Aufhebung der Deckelung der PJ-Vergütung im Ausland

Beeindruckende Beteiligung und eine klare Aussage: In einer aktuellen „Blitzumfrage“ des Hartmannbundes haben sich exakt 90 Prozent der 6000 an der Erhebung beteiligten Medizinstudierenden für eine Aufhebung der im Dezember vom Bundesrat beschlossenen Deckelung der Aufwandsentschädigung für ein Praktisches Jahr (PJ) im Ausland ausgesprochen. „Diese unglaubliche Resonanz auf unsere Umfrage und das klare Votum bekräftigen uns in unserer Absicht, gegen die kürzlich eingeführte monatliche Höchstgrenze von 597 Euro für das PJ im Ausland vorzugehen“, sagte Kristian Otte, der Vorsitzende der Medizinstudierenden im Hartmannbund. Man habe bereits vor der Bundesratssitzung davor gewarnt, dass diese gleichermaßen für Deutschland und das europäische Ausland vorgesehene monatliche Vergütungshöchstgrenze keine Lösung für das Auslands-PJ sein könne. „Die Medizinstudierenden, die ein PJ-Tertial innerhalb der EU oder in der Schweiz absolvieren wollen, stecken auf Grund der neuen Regelung in erheblichen Schwierigkeiten. Deshalb fordern wir den Gesetzgeber auf, diese Deckelung umgehend zurückzunehmen.“

Bisher hatte es bei der PJ-Vergütung im Ausland kein Limit gegeben – nach Ottes Meinung auch „mehr als vernünftig“, da die Lebenshaltungskosten im Ausland oft höher seien als in Deutschland. Otte: „Die neue PJ-Vergütungsregelung hingegen, die zum 1. April für PJ-Tertiale in Deutschland sowie innerhalb der EU und in der Schweiz gelten soll und die neben der vorgesehenen Höchstgrenze von monatlich 597 Euro bei einem Auslandsaufenthalt lediglich Zuschläge zur Deckung von Studiengebühren sowie Reisekosten beinhaltet, reicht von vorn bis hinten nicht.“ Vor allem vor dem Hintergrund, dass diejenigen Studierenden, die bereits Verträge für die Zeit nach dem 1. April abgeschlossen hätten, ihre Kontrakte möglicherweise neu abschließen müssten, sei der gesamte Vorgang völlig inakzeptabel. „Der Gipfel ist, dass zu hohe Geld- oder Sachleistungen am Ende sogar dazu führen können, dass das PJ-Tertial im Ausland vom jeweiligen Landesprüfungsamt nicht anerkannt wird. Das erinnert an einen Schildbürgerstreich“, verlieh Otte seiner Verärgerung Ausdruck. Einzige Konsequenz könne sein, umgehend die Deckelung der PJ-Vergütung für das Ausland zurückzunehmen und für akute Fälle zügig Übergangsregelungen zu schaffen.

Ein weiteres Ergebnis der „Blitzumfrage“ betrifft die von den Medizinstudierenden des Hartmannbundes geforderte Einführung einer bundesweit einheitlichen Vergütung von 597 Euro monatlich an jedem PJ-Krankenhaus in Deutschland, was natürlich immer noch nicht reicht, damit sich ein Tagesgeld Vergleich für Medizinstudenten bei Banken Sinn macht. Rund 88 Prozent  der 6000 Teilnehmer haben sich für die einheitliche Zahlung einer monatlichen PJ-Vergütung ausgesprochen. „Dieses Ergebnis sehen wir als Auftrag“, gab sich Kristian Otte kämpferisch. „Wir werden uns dafür einsetzen, dass alle Medizinstudierenden in Deutschland diese Vergütung auch erhalten, denn das Arbeitspensum ist überall gleich hoch.“

Bundesrat beschließt Änderung der AO

Der Bundesrat hat gestern in seiner Sitzung einer Änderung der ärztlichen Approbationsordnung (AO) zugestimmt. Abgelehnt wurde allerdings zur Freude vieler Medizinstudenten der Vorschlag einiger Landesminister das PJ künftig in Quartale mit einem Pflichtanteil in der Allgemeinmedizin einzuteilen.

Zu den Hauptbestandteilen der neuen AO gehören die Anhebung der Fehltag im PJ von 20 auf 30, die Wiedereinführung des getrennten Examens in einen schriftlichen Teil vor und einen mündlich / praktischen Teil nach dem Praktischen Jahr und eine erhebliche Verbesserung für die Mobilität im PJ, wodurch man dieses bald an jedem deutschen Universitätskrankenhaus absolvieren kann.

>> Hier geht’s zu einem Artikel über die neuen Richtlinien auf aerztezeitung.de.