Zahnmedizin in Heidelberg #5: Das zweite Semester

Myrièlle studiert im 1. Semester Zahnmedizin in Heidelberg.Myrièlle ist 19 Jahre alt und hat im Oktober 2017 ihr Zahnmedizinstudium an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg begonnen. Damit startet für sie ein neuer Lebensabschnitt in einer neuen Stadt mit neuen Freunden, neuen Tagesabläufen und vielen neuen Eindrücken. In mehreren Beiträgen schildert Myrièlle ihre Erfahrungen vom neuen Leben als Zahni.


Direkt nach dem Physik-Kompaktkurs in den Semesterferien starteten wir im April ins 2. Semester. In Heidelberg werden die vorklinischen Fächer – abgesehen von der Anatomie – als integrierter Kurs gelehrt. Die Fächer werden zwar weitgehend getrennt unterrichtet, allerdings in einer zusammengefassten Klausur abgeprüft. Dass die „Integrierte“, also die Semesterabschlussklausur, aufgrund der enormen Stoffmengen jedes Jahr für Schrecken und viele schlaflose Nächte sorgt, versteht sich von selbst…

Im zweiten Semester steht in Heidelberg auch die Histologie auf dem ProgrammNachdem mir die Physik so absolut gar keine Freude bereitet hatte, war ich froh, dass das nächste Thema Zellbiologie war. Ich hatte in der Schule Biologie Leistungskurs gehabt und konnte daher einige Grundlagen direkt wieder anwenden. Alle Vorgänge innerhalb der Zelle sowie die genauen Abläufe der Mitose / Meiose und Apoptose wurden bis ins kleinste Detail besprochen. Hinter „Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zelle“ steckt dann doch deutlich mehr, als anfangs vermutet. 😉 Einmal wöchentlich fand zusätzlich ein Seminar statt, in dem wir das in der Vorlesung Gelernte praktisch anwendeten und im klinischen Zusammenhang betrachteten. Zur Vertiefung des Stoffes musste jeder eine Präsentation halten, die als Thema meist eine Krankheit mit molekularbiologischer Ursache hatte. Ich musste über induzierte pluripotente Stammzellen und deren mögliche Anwendung bei kardiovaskulären Erkrankungen referieren – ein wirklich spannendes Thema! Bei uns wird die Biologie integriert gelehrt, das heißt, dass alle Inhalte dabei in den Vorlesungen sowie Seminaren mit der Histologie verknüpft werden. Die Histologie befasst sich mit den menschlichen Geweben und deren Eigenschaften sowie Aussehen. Einmal die Woche hatten wir dann einen etwa 2-stündigen Mikroskopierkurs, in dem wir die Zellorganellen sowie die vier Hauptgewebearten – im wahrsten Sinne des Wortes – genauer unter die Lupe nahmen.

Das nächste Fach war Biochemie. Ähnlich wie die Chemie ein absolut gefürchtetes Fach – entweder man liebt oder hasst es. Die ersten Vorlesungen fand ich absolut entspannt. Von den Grundlagen bis hin zur Replikation und Proteinbiosynthese war alles sehr greifbar und verständlich. (Obwohl es in der Uni schon sehr in die Tiefe geht – als naiver Abiturient denkt man ja immer, super viel zu wissen… die Uni belehrt einen da allerdings meist eines Besseren.) Mein persönlicher Feind wurden dann die Stoffwechselwege. Zellatmung kennt der geneigte Bio-Abiturient noch. Dass es neben der Glykolyse und Gluconeogenese allerdings noch zig weitere Stoffwechselwege gibt, die mitsamt Strukturformeln, Enzymen und Regulation auswendig gelernt werden wollen, kann einen dann schnell in die Verzweiflung treiben.

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Rezension: „Taschenlehrbuch Medizinische Mikrobiologie“, 13. Auflage

Taschenlehrbuch Medizinische MikrobiologieDas Taschenlehrbuch Medizinische Mikrobiologie gibt es seit kurzem nun in der 13. Auflage. Im Vergleich zur letzten Auflage von vor 4 Jahren wurden einige Kapitel überarbeitet und aktualisiert und mehr Wert auf illustrativ ansprechende zusammenfassende Darstellungen gelegt.

Das Buch teilt sich insgesamt in 7 Abschnitte auf, die sich jeweils den Grundlagen und den jeweiligen Teildisziplinenen der medizinischen Mikrobiologie widmen. Nach den allgemeinen Aspekten der Mikrobiologie und der Labordiagnostik wird der Fokus dann jeweils auf die „Epidemiologie und Hygiene“ (hier wurde der Teil der Lebensmittelhygiene der neuen Auflage beigefügt), „Immunologie“ (dieses Kapitel wurde komplett neu geschrieben), „Bakteriologie“, „Mykologie“, „Virologie“ und „Parasitologie“ gelenkt. Abschließend werden im Teil der „Organsysteme“ Infektionskrankheiten in Bezug auf ihr örtliches Auftreten und die dabei wichtigen Aspekte behandelt.

Die Aufteilung der Kapitel ist didaktisch sinnvoll gestaltet und auch die Darstellung der einzelnen Unterpunkte macht das Lesen der verständlich geschriebenen Texte noch eingängiger. Neu an dieser Auflage ist außerdem die Gestaltung der Zusammenfassungen, die sich jeweils am Anfang eines jeden Kapitels befinden und sich strikt nach dem Schema „Taxonomie“, „Morphologie und Kultur“, „Pathogenese und Krankheitsbilder“, „Diagnostik“ und „Therapie“ richten. Das gibt natürlich direkt einen guten Überblick, auf den dann näher eingegangen wird.

Fazit:

Das „Taschenlehrbuch Medizinische Mikrobiologie“ ist im Vergleich zur Vorauflage von 2010 etwas dünner geworden und hat auch ein paar Abbildungen eingebüßt. Trotzdem macht es einen abgeklärteren und ausgereifteren Eindruck. Die Texte sind einfacher geschrieben und die Aufteilungen wirken durchdachter. Preis- und umfangtechnisch reiht sich das Taschenlehrbuch wieder zwischen das Kurzlehrbuch, in dem nur das allerwichtigste enthalten ist und der „Dualen Reihe Medizinische Mikrobiologie„, die etwas ausführlicher geschrieben ist. Je nach Lerntyp kann das Kurzlehrbuch ausreichen, das Taschenlehrbuch geht aber natürlich weiter ins Detail und lässt kaum eine Frage unbeantwortet. Die Duale Reihe hingegen illustriert das meiste noch etwas eindrucksvoller, was man auch daran sieht, dass sie rund 250 Abbildungen mehr enthält als das Taschenlehrbuch.

Kurzinfo:

Autor(en): Fritz H. Kayser, Erik Christian Böttger, Otto Haller, Peter Deplazes, Axel Roers
Verlag: Thieme
Auflage: 13.
Erscheinungsjahr: 2014
Seitenanzahl: 744
Abbildungen:
296
Preis: 39,99 €

Bewertung:

Inhalt: [s3r star=5/5]
Verständlichkeit: [s3r star=4/5]
Übersichtlichkeit: [s3r star=4/5]
Layout: [s3r star=4/5]
Preis-Leistungs-Verhältnis: [s3r star=3/5]
Gesamtbewertung: [s3r star=4,0/5]

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Rezension: „Taschenlehrbuch Medizinische Mikrobiologie“

Taschenlehrbuch Medizinische MikrobiologieDas Taschenlehrbuch Medizinische Mikrobiologie ist eigentlich kein klassisches Taschenlehrbuch. Natürlich ist das Format handlich und somit praktisch, um es in einer kleinen Tasche zu transportieren. Jedoch steckt in diesem Buch mehr als die Bezeichnung „Taschenlehrbuch“ assoziieren lässt.

Das Buch ist sehr ausführlich geschrieben und enthält vom Lehrstoff her keine Lücken. Um so wichtiger ist die Tatsache, dass dem Studenten durch kleine Einleitungen zu Beginn eines Kapitels schon einmal das Wichtigste vermittelt wird.

Didaktisch aufgelockert werden die Texte immer wieder durch Tabellen, die die wichtigsten Fakten zusammenfassen. So erhält man als Leser die Möglichkeit, die Inhalte auf drei verschiedenen Wegen zu lernen: Im formulierten Text, als Tabelle und zusätzlich (meistens) noch in Bildform.

Die einzelnen Kapitel sind gut untergliedert (Pathogenität, Symptome, Diagnostik…) und bieten die Möglichkeit, einzelne Erreger schnell gegenüber zu stellen und wichtige Unterschiede oder Gemeinsamkeiten festzustellen. Von der Schreibweise her überzeugt der virologische Teil des Buches etwas mehr, da er zumeist eingängiger geschrieben ist als der mikrobiologische Abschnitt.

Fazit:

Wer Interesse an einem Lehrbuch hat, das einem ein fundiertes und breites Wissen der medizinischen Mikrobiologie und Virologie vermittelt, ist mit diesem Taschenlehrbuch sehr gut bedient. Zu fast allen Erregern findet man gut strukturierte Informationen auf den 774 Seiten.
Der Kayser ist allerdings sicherlich kein 3-Tage-Lehrbuch, um versäumtes Lernen vor einer herannahenden Prüfung schnellstmöglich aufzuholen. Dazu sollte man sich wohl besser ein Kurzlehrbuch zulegen, das dann für eine leichtere Klausur auch ausreichen kann.

Kurzinfo:

Autor(en): Fritz H. Kayser et al.
Verlag: Thieme
Auflage: 12.
Erscheinungsjahr: 2010
Seitenanzahl: 812
Abbildungen:
306
Preis: 32,95 €
Preis-Leistungs-Verhältnis
(1 = mies, 10 = grandios):
8

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