Famulatur in der ästhetischen Chirurgie: Der Preis der Schönheit

Sara ist Medizinstudentin an der HHU in Düsseldorf und berichtet von ihren Famulaturen.Sara ist 24 Jahre alt und hat im Sommer 2019 das 10. Semester des Medizinstudiums an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf abgeschlossen. Damit ist sie scheinfrei und plant im nächsten April das 2. Staatsexamen abzulegen. In ihren Beiträgen berichtet sie von den Erfahrungen ihrer vier Famulaturen, die sie im Laufe des klinischen Studienabschnitts absolviert hat.


Meine zweite Famulatur habe ich aufgeteilt: Für die ersten 2 Wochen war ich in einer Privatpraxis für Schönheitsoperationen. Brustvergrößerungen und –straffungen, Nasenkorrekturen, Fettabsaugungen (Bauchdeckenstraffung oder auch Tummy Tuck genannt) und vieles mehr: Alles Operationen, die durch viele prominente Beispiele mittlerweile fast schon als normal gelten. Das gilt natürlich auch für viele Botox- und Hyaluronspritzen. Es waren Einblicke in einen Bereich, der immer mehr auch bei der breiten Masse Anklang findet.

Bei Famulaturen in der plastischen / ästhetischen Chirurgie bekommt man oft auch Einblicke in die OP der Bauchdeckenstraffung (Tummy tuck).Der ständige Drang, dass alles frisch und jung aussehen muss, hat sich durch Instagram und Co. (leider) längst auch auf die „normale“ Bevölkerung ausgebreitet und wir können nur hoffen, dass hier in Deutschland nicht auch bald immer mehr Brustvergrößerungen zum 18. Geburtstag geschenkt werden, wie man das aus den USA kennt. Die zwei Wochen empfand ich als ausreichend, ich habe einen Einblick in das Fach gewonnen und hatte eine Menge Spaß mit den netten Praxismitarbeitern. Man sieht schnell, dass die Operationen immer auch mit Komplikationen verbunden sein können und man deshalb vorher unbedingt abwägen sollte, ob man bereit ist für die Schönheit (neben der hohen wirklichen Kosten) den Preis der Schmerzen und möglicher Komplikationen zu zahlen.

Mein Tipp: Plant die Famulatur einige Zeit im Voraus, um einen Platz zu bekommen, denn das ist in Praxen der ästhetischen oder plastischen Chirurgie aufgrund der Beliebtheit unter Medizinstudenten häufig nicht ganz einfach.

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Rezension: „Memorix Zahnmedizin“

Das Memorix Zahnmedizin von Thieme.Das „Memorix Zahnmedizin“ ist das erste deutschsprachige zahnmedizinische Kompendium für die Kitteltasche und gehört schon seit Jahren zu den Klassikern im Zahnmedizinstudium. Ob sich die Anschaffung des „Kleinen Webers“ auch für euch lohnt, haben wir getestet.

Zielgruppe:

Das „Memorix Zahnmedizin“ richtet sich vor allem an Zahnmedizinstudenten und Assistenzzahnärzte, lässt sich aber auch nach erfolgreichem Abschluss zum Nachschlagen der wichtigsten Fakten verwenden.

Aufbau / Didaktik:

Das Kompendium von Weber gliedert sich in 18 Kapitel und präsentiert alle zahnmedizinischen Themen. Dabei werden vor allem in den ersten Kapiteln die relevanten Grundlagen gelegt und nach und nach alle klinischen Fächer abgehandelt. Dabei setzt der „Kleine Weber“ auf ein sehr schlichtes und ordentliches Design. Viele Tabellen und schematische Zeichnungen ergänzen die Fließtexte und Stichpunkte. Reale Patientenbilder gibt es nicht – das ist aber auch gar nicht nötig, da das Memorix das Ziel verfolgt, ein gut strukturiertes und zusammenfassendes Werk der Zahnmedizin zu sein. Wie von Thieme gewohnt, lässt sich auch hier der Inhalt des Buches als Online-Version in der Datenbank eRef abrufen.

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Zahnmedizin in Heidelberg #3: Berufsfelderkundung

Myrièlle studiert im 1. Semester Zahnmedizin in Heidelberg.Myrièlle ist 19 Jahre alt und hat im letzten Oktober ihr Zahnmedizinstudium an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg begonnen. Damit startet für sie ein neuer Lebensabschnitt in einer neuen Stadt mit neuen Freunden, neuen Tagesabläufen und vielen neuen Eindrücken. In mehreren Beiträgen schildert Myrièlle ihre ersten Erfahrungen vom neuen Leben als Zahni.


Während die Zahnmediziner vieler anderer Universitäten direkt mit dem TPK-Kurs einsteigen, absolvieren wir in Heidelberg die ersten Semester nahezu komplett zusammen mit den Humanmedizinern. Mit Werkstoffkunde und dem Kursus der zahnärztlichen Propädeutik starten wir erst im 4. Semester. Haben wir bis dahin also rein gar nichts mit der Zahnmedizin zu tun?

Das ist glücklicherweise nicht der Fall. Während die Humanis im ersten Semester ihre Vorlesungen zur medizinischen Psychologie und Soziologie besuchen, haben wir Zahnmediziner den Kurs „Berufsfelderkundung“ (BFE) in der Heidelberger Kopfklinik. Der Kurs BFE besteht aus 4 Teilen: Vorlesungen, dem Hospitieren in den vier Abteilungen der Zahnklinik, dem Tutoren-Mentoren-Programm sowie der Abschlussklausur.

Die Berufsfelderkundung bringt Zahnmedizinstudenten in Heidelberg zum ersten Mal mit ihrem späteren Aufgabengebiet in Kontakt.Angefangen hat es mit den Vorlesungen. Jeden Mittwoch gab es zwei Vorlesungen über das stomatoghnate System und die klinischen Fächer der Zahnmedizin. So lernten wir die Grundlagen über die Anatomie des Zahnes, Zahnhalteapparates und des Mund-Kiefersystems, die Entstehung von Plaque und verschiedener oraler Erkrankungen. Besonders interessant waren die klinischen Vorlesungen über Parodontologie, Endodontie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Kieferorthopädie und die restaurative Zahnmedizin, welche alle von Ärzten der Kopfklinik gehalten wurden. Darüber hinaus hatten wir Veranstaltungen über Hygiene, die Möglichkeiten nach dem Studium als „Blick über den Tellerrand“ sowie über die zahnärztliche Befunderhebung und Anamnese.

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