Rezension: „Fallbuch Anästhesie, Intensivmedizin und Notfallmedizin“

Das Fallbuch Anästhesie, Intensivmedizin und Notfallmedizin von Thieme.Als Medizinstudent steht man zwangsläufig irgendwann im Studium, spätestens im PJ, vor der Herausforderung die Theorie in die Praxis umzusetzen. Häufig ist es gar nicht so einfach das Wissen an konkreten Fällen anzuwenden, zumal das deutsche Medizinstudium oft noch sehr theorielastig ist. Hier kann das Fallbuch Anästhesie Abhilfe schaffen: mit 100 Fallbesprechungen ist man für den studentischen Klinikalltag gut gewappnet.

Zielgruppe:

Das Fallbuch AINS richtet sich hauptsächlich an Studenten, die sich auf eine Anästhesie-Famulatur, eher aber noch auf ein Anästhesie-Tertial im PJ vorbereiten. Anästhesiologisches und intensivmedizinisches Vorwissen ist sinnvoll, ansonsten werden sich die Fallbesprechungen sehr zäh gestalten. Das Fallbuch eignet sich ebenfalls bestens zur M3-Vorbereitung in der Prüfungsgruppe.

Aufbau / Didaktik:

Das Buch ist in zwei Teile aufgeteilt: Zuerst werden 100 Fallbeispiele mit je fünf Fragestellungen aufgelistet und in zweiten Teil finden sich die Lösungen mit ausführlichen Erläuterungen und anschaulichen farbigen Abbildungen. Während die Fallbeispiele übersichtlich auf je einer Seite präsentiert werden, sehen die Lösungen etwas unstrukturiert aus. Es wäre sicherlich angenehmer, wenn der Wechsel zur nächsten Lösung nicht unmittelbar auf derselben Seite der Vor-Lösung stattfände.

weiterlesen Rezension: „Fallbuch Anästhesie, Intensivmedizin und Notfallmedizin“

Online-Petition für ein faires PJ

Mit 3,75 Euro pro Stunde reicht der Verdienst eines Medizinstudenten im PJ meistens nicht mal für die Miete aus.Nach dem 2. Staatsexamen stehen für die Medizinstudenten insgesamt 12 Monate im Rahmen des Praktischen Jahres in einem Krankenhaus oder teils auch in einer Praxis an. Innerhalb dieser 3 Tertiale (à 4 Monate) geht es für die Studenten darum, das theoretische Wissen in die Tat umzusetzen und in der Patientenversorgung erste Erfahrungen und praktische Fähigkeiten zu erwerben. Wie in anderen Studiengängen (zum Beispiel Lehramt oder Jura) gehört dieses Praxisjahr zur Ausbildung innerhalb des Studiums. Ein PJler arbeitet ca. 40 Stunden pro Woche und hat innerhalb dieses Jahres zwar 30 Tage Urlaub, muss diese jedoch auch für Krankheitstage verwenden. Die Bedingungen für das PJ variieren von Krankenhaus zu Krankenhaus stark.

Wenn die Studenten für ihre Arbeit eine Bezahlung bekommen, dann nie mehr als 600 Euro pro Monat. Das entspricht einem Studenlohn von 3,75 Euro, was natürlich weit unter dem gesetzlichen Mindestlohn liegt. Lehramt- oder Jurastudenten erhalten jedoch eine weitaus höhere und fairere Bezahlung während ihres Referendariats. Ohne finanzielle Unterstützung der Eltern ist das Medizinstudium jedoch nicht abzuschließen, dieses System schließt sozial Schwache somit vom Arztberuf aus. Außerdem gibt es nicht überall eine vernünftige Struktur, um durch Kurse und Selbststudium für eine gute Ausbildung zu sorgen.

Um auf diese Probleme hinzuweisen und um das System durch konkrete Punkte zu verbessern, hat die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e. V. (bvmd) eine Online-Petition gestartet.

Unterstützer und Befürworter einer guten und umfassenden Ausbildung für Medizinstudenten im Praktischen Jahr können sich online unter https://www.openpetition.de/petition/online/petition-fuer-ein-faires-praktisches-jahr-im-medizinstudium eintragen und somit die Position der bvmd gegenüber des Bundesministeriums für Gesundheit, dem medizinischen Fakultätentag, der Gesundheitsministerkonferenz, dem Verband der Universitätsklinika Deutschlands und gegenüber der Deutschen Krankenhausgesellschaft zu stärken. Die Petition kann als erster Schritt in die richtige Richtung für ein besseres und faires Medizinstudium gelten.

3 Tage lang höchste Konzentration

Viel Erfolg beim 2. medizinischen Staatsexamen vom 04. bis 06. April 2017.Am morgigen Dienstag beginnt wieder für viele Medizinstudenten in Deutschland das drei-tägige 2. Staatsexamen. Der Termin markiert damit das Ende des 100-Tage-Lernplan und nach einer wohlverdienten Pause startet Mitte Mai dann eine neue Generation hochmotivierter PJ-Studenten in den deutschen Lehrkliniken mit der Vorbereitung auf den Arbeitsalltag.

Medizin-Blog.info wünscht allen Prüflingen vom 04. bis 06. April viel Erfolg, Durchhaltevermögen und natürlich auch das notwendige Quäntchen Glück beim Kreuzen des schriftlichen Examens.

Spiegel Online-Artikel über das PJ

Das Praktische Jahr (PJ) ist der letzte Teil der praxisbezogenen Ausbildung im Medizinstudium. Leider ist die Betreuung der Studenten auf den Stationen der Kliniken selten einheitlich geregelt und es ist teilweise Glückssache, an welchen Arzt man gerät und was man beigebracht bekommt.

Mit dieser und weiteren Problemen beschäftigt sich ein heute erschienener Artikel auf Spiegel Online. Gerade aktuelle oder ehemalige PJler werden das Geschilderte gut kennen und sich an die ein oder andere Situation in der Klinik erinnern.

Rezension: „Chest X-Ray Trainer“

Der Chest X-Ray Trainer von Didamed.Bereits im Studium wird man in vielen Fächern, nicht nur in der Radiologie, mit der Befundung von Röntgen-Thorax-Aufnahmen konfrontiert. Dabei merkt man schnell, dass eine solche Aufnahme viel diagnostisches Potential hat und sich eine strukturierte Vorgehensweise bei der Betrachtung lohnt. Mit dem Chest X-Ray Trainer von Matthias Hofer kann man sich diese Strukutr schnell erarbeiten und gewinnt so auch mehr Sicherheit im Klinikalltag.

Das Lehrbuch gliedert sich in 11 Kapitel, wobei vor allem die ersten beiden der grundsätzlichen Anatomie und der Bildinterpretation gewidmet sind. Weiter geht es mit verschiedenen Strukturen wie der Pleura und dem Mediastinum. Flächige, fokale und streifig-retikuläre Veränderungen haben ebenso ein eigenes Kapitel wie auch das auf den Bildern zu erkennende Fremdmaterial und der Trauma Thorax und Intensiv-Thorax. Dabei wird jedes Kapitel mit der Erklärung der Lernziele und den Tipps für die anschließende Lernkontrolle eingeleitet. Wichtige Begriffe sind immer wieder dunkelgrün markiert und Abbildungsbezüge sind klar erkennbar. Neben den Originalaufnahmen sind häufig in einer Schemazeichnung auch die anatomischen Strukturen mit Ziffern gekennzeichnet, was teilweise etwas an der Übersicht nagt, aber generall ja auch schwer darzustellen ist, wenn für übergroße Bilder kein Platz ist.

Neben dem gut strukturierten und leicht verständlich erklärten Inhalt bietet das Buch aber noch weitere Features: Eine Din-A4-Karte, die in handliche Postkartengröße zerschnitten werden kann und wichtiges Faktenwissen zur Befundung enthält und eine CD mit 18 interessanten Quizfällen, die auf dem Computer abgespielt werden können und so eine nochmalige Lernkontrolle bieten.

Fazit:

Der Chest X-Ray Trainer beinhaltet auf über 200 Seiten die wichtigsten Informationen zur Befundung einer Röntgen-Thorax-Aufnahme und eignet sich deshalb vor allem für alle Studenten, die sich besonders für Radiologie interessieren und auf diesem Gebiet zum Beispiel auch einen Teil des PJs oder eine Famulatur ableisten. Auch für die mündliche Examensprüfung in Radiologie oder für junge radiologische Assistenzärzte ist das Buch genau richtig. Die kurzen Abschnitte, die vielen Bilder, die Strukturierung und das ansprechende Din-A4-Format laden zum Lesen ein und das Buch kann sogar genutzt werden, um einzelne Sachverhalte mal nachzuschlagen. Die Lernkarten und die CD mit den Quizfällen unterstreichen den positiven Eindruck. Leider leidet die Übersichtlichkeit manchmal etwas unter der Bezifferung der Strukturen auf den Aufnahmen und die korrelierende Beschriftung, die sich ausklappbar im Buchdeckel befindet.

Kurzinfo:

Autor(en):Matthias Hofer
Verlag:Didamed
Auflage:4.
Erscheinungsjahr:2014
Seitenanzahl:232
Abbildungen:
Ca. 900
Preis:39,90 €

Bewertung:

Inhalt:[s3r star=5/5]
Verständlichkeit:[s3r star=5/5]
Übersichtlichkeit:[s3r star=4/5]
Layout:[s3r star=5/5]
Preis-Leistungs-Verhältnis:[s3r star=4/5]
Gesamtbewertung:[s3r star=4,6/5]

>> Weitere Infos zum „Chest X-Ray Trainer“

Rezension: „Checkliste Chirurgie“

Checkliste ChirurgieDie Checkliste Chirurgie gibt es mittlerweile schon in der 10. Auflage aus dem Hause Thieme. Die wesentlichen Neuerungen im Vergleich zu den Vorgängermodellen beziehen sich auf die Kapitel Neuro- und Herzchirurgie und die Möglichkeit die Checkliste auch als App auf dem Smartphone zu nutzen, zum Beispiel nach einer HTC One Reparatur, wenn das Handy dann wieder einwandfrei funktioniert.

Das Lehrbuch gliedert sich grob in 4 Teile. Der erste (der graue) Teil behandelt dabei die Grundlagen, also Anamnese und Untersuchung, chirurgischen Arbeitstechniken und Stationsarbeit und den Tod des Patienten. Dem Abschnitt schließt sich ein kurzer Notfallmanagement-Teil an, in dem es um Ablauflogarithmen und Schemata geht. Der größte Abschnitt, der blaue Teil, widmet sich den chirurgischen Krankheitsbildern, die dann der Übersicht halber nach Organsystemen aufgeteilt sind. Den Abschluss macht dann ein roter Teil der Operationslehre, wie man ihn in einigen Chirurgiebüchern findet.

Das Textbild kann man am besten mit dem eines Skriptes vergleichen, denn es beschränkt sich auf das Wesentliche und folgt klaren Mustern (Grundlagen, Klinik, Komplikationen, Diagnostik, Differentialdiagnosen, konservative und interventionelle Therapie, operative Therapie, Prognose). Chirurgische Einteilungen oder Klassifikationen eignen sich natürlich sehr gut zur Darstellung in Tabellen, wie es auch umgesetzt wurde. Abbildungen kommen vor, aber nicht sonderlich zahlreich, was den Skript-Charakter wieder unterstreicht und ja auch der Name „Checkliste“ schon erahnen lässt.

Fazit:

Die Checkliste Chirurgie eignet sich gut zum Nachschlagen auf einer Visite oder Vorbereiten von chirurgischen Sachverhalten in der Klinik, also vor allem während des Praktischen Jahres. Durch die App, die auf die Kittelcoach-App (kostenlos im App-Store erhältlich) aufbaut, bekommt man die Chance, die Checkliste nicht nur praktischerweise immer bei sich zu tragen, sondern auch schneller mal etwas nachzulesen als es im Buch möglich ist. Der Inhalt ist ähnlich wie in einem Skript dargestellt: Schön einheitlich mit Beschränkung auf das Wesentliche. Für die Assistenzzeit ist die Checkliste Chirurgie mittlerweile (Ende 2013) leider nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit in einigen Abschnitten, lässt sich aber natürlich immer noch einsetzen, um wichtige Dinge nachzuschlagen und nochmal ins Gedächtnis zu rufen.

Kurzinfo:

Autor(en):Felix Largiadèr, Hans-Detlev Saeger, Marius Johann B. Keel
Verlag:Thieme
Auflage:10.
Erscheinungsjahr:2012
Seitenanzahl:872
Abbildungen:
428
Preis:54,99 €
Preis-Leistungs-Verhältnis
(1 = mies, 10 = grandios):
6

>> „Checkliste Chirurgie“ bestellen

Rezension: „Fallbuch Innere Medizin“

Fallbuch Innere Medizin

Seit kurzem ist die neueste Auflage von Thiemes Fallbuch für die Innere Medizin auf dem Markt. Es behandelt insgesamt 150 Fälle aus den Bereichen Hämatologie, Kardiologie, Pneumologie, Gastroenterologie, Endokrinologie, Stoffwechselstörungen, Infektiologie, Nephrologie, Störungen des Säure-Base-Haushalts, Angiologie und Rheumatologie.

Die Fälle selber sind meistens nur sehr kurz gehalten und beschränken sich auf die wichtigsten Informationen. Vier bis fünf auf die Einleitung folgende Fragen können dann gleich im Buch bearbeitet werden oder eben auf einem seperaten Block. Die Antworten auf die Fragen gibt es dann im 2. Teil des Fallbuches, wo man außerdem hilfreiche Tabellen, Abbildungen und Erläuterungen in den Kommentaren findet. Zusätzlich werden verwandte Themen zu den jeweiligen Fällen genannt, die man beispielsweise in Lerngruppen beim Bearbeiten der Fälle durchsprechen kann.

Sehr praktisch ist, dass die einzelnen Fälle am Anfang des Buches sowohl nach betreffendem Fachbereich der Inneren Medizin als auch nach Antworten, also Diagnosen, geordnet ist. So findet man schneller, was man sucht. Natürlich gibt es im Sachverzeichnis am Ende des Buches auch noch eine alphabetische Auflistung nach Themen.

Fazit:

Das Fallbuch Innere Medizin von Bernard Hellmich eignet sich hervorragend zur Bearbeitung in kleinen Lerngruppen. Vor allem während des Inneren-Tertials im Praktischen Jahr macht das besonders viel Sinn. So lernt man bereits für das Hammerexamen bzw. die mündliche Examensprüfung und bereitet sich gleichzeitig für die Fragen des Ober- oder Chefarztes bei der Visite vor. Das Fallbuch hilft also sehr gut bei der aktiven Auseinandersetzung mit den Alltagsfällen auf der internistischen Station oder in der Notaufnahme.

Kurzinfo:

Autor(en):Bernhard Hellmich
Verlag:Thieme
Auflage:1.
Erscheinungsjahr:2013
Seitenanzahl:440
Abbildungen:
118
Preis:29,99 €
Preis-Leistungs-Verhältnis
(1 = mies, 10 = grandios):
8

>> „Fallbuch Innere Medizin“ bestellen