Zahnmedizin in Heidelberg #7: Das dritte Semester

Myrièlle studiert im 1. Semester Zahnmedizin in Heidelberg.Myrièlle ist 20 Jahre alt und hat im Oktober 2017 ihr Zahnmedizinstudium an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg begonnen. Damit startet für sie ein neuer Lebensabschnitt in einer neuen Stadt mit neuen Freunden, neuen Tagesabläufen und vielen neuen Eindrücken. In mehreren Beiträgen schildert Myrièlle ihre Erfahrungen vom neuen Leben als Zahni.


Einige Wochen nach dem Vorphysikum stand für uns dann im Oktober das dritte Semester an. Wie schon im Semester davor wurde alles integriert gelehrt, das heißt, dass verschiedene Module thematisch abgegrenzt in den Fächern Histologie, Physiologie und Biochemie behandelt und durchgesprochen werden. Und auch dieses Mal wurde der gesamte Semesterstoff in einer Klausur zusammengefasst abgefragt.

Neben den täglichen Vorlesungen gab es auch wieder Pflichtseminare sowie Praktika, um das Gelernte anzuwenden und zu vertiefen.

Der Lernstoff war zwar enorm viel –  dafür aber auch erheblich interessanter als im 2. Semester, in dem es ja eher darum ging, ein Grundverständnis für die großen vorklinischen Fächer zu schaffen (in Histologie hatten wir ja primär die Hauptgewebearten durchgenommen und in Physiologie lediglich die Grundlagen in Form der Zell- und Muskelphysiologie geschaffen).

Behandelt haben wir die Module Blut, Herz- und Kreislauf, Atmung, GIT (Verdauung, Ernährung und Resorption), Immunologie sowie Wasserhaushalt, Leistungs- und Wärmephysiologie und Endokrinologie. Ganz am Ende des Semesters haben wir uns dann auch noch mit den Geschlechtsorganen, der Sexualphysiologie sowie der Embryologie befasst.

Die verschiedenen Präparate und EM-Bilder in Histologie erfordern viel Lernaufwand.Histologie hat sich nicht besonders von der Lehre des vorangegangenen Semesters unterschieden. In den Vorlesungen wurde alles referiert und in dem fast wöchentlichen 2-stündigen  Kurs durchmikroskopiert. Neben lymphatischen Organen haben wir einen Blutausstrich, das respiratorische System, den Verdauungstrakt, Leber, Pankreas und viele weitere Präparate betrachtet und durchgesprochen. Zu sehen, wie angepasst jede einzelne Zelle oder Struktur an ihre Aufgaben ist, ist wirklich super interessant. Aber ganz ehrlich – bei der großen Themenfülle sah irgendwann dann auch alles irgendwie gleich aus. Es sind einfach viele Präparate – da einen Überblick zu gewinnen und routiniert die richtige Einordnung zu treffen, dauert einfach seine Zeit. Und auch wenn Histo einen in die Verzweiflung treiben kann (so ging es mir leider manchmal, wenn der Gewebeabschnitt oder das EM-Bild mal wieder einfach jedes Organ sein konnte) ist es immer wieder super motivierend, die gesuchten Strukturen selbstständig zu entdecken oder die Differenzialdiagnose korrekt zu beantworten.

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Rezension: „Duale Reihe Anamnese und klinische Untersuchung“, 6. Auflage

Die Duale Reihe Anamnese und klinische Untersuchung in der 6. AuflageDie Duale Reihe Anamnese und klinische Untersuchung ist schon seit Jahren ein absolutes Must-Have für alle Medizinstudenten im klinischen Studienabschnitt. Seit letztem Jahr gibt es das Buch nun in der 6. Auflage. Warum sich der Kauf genau lohnt, haben wir für euch zusammengefasst.

Zielgruppe:

Das Buch ist ideal für den klinischen Studienabschnitt, in dem Medizinstudenten regelmäßig mit Patienten und deren Anamnese und klinische Untersuchung konfrontiert werden. Nachschlagen lohnt sich aber nicht nur im Studium, sondern auch als Assistenzarzt noch.

Aufbau / Didaktik:

Insgesamt ist das Buch in 4 Teile aufgebaut: Teil A sorgt für die Grundlagen der Arzt-Patienten-Beziehung und gibt in 6 Kapiteln allgemeine Informationen zur Anamnese und klinischen Untersuchung. Teil B widmet sich auf ca. 50 Seiten eindrucksvollen Blickdiagnosen. Teil C geht in 12 Kapiteln auf die spezielle Untersuchung der verschiedenen Organe ein und beleuchtet außerdem die Untersuchung von Kindern und Bewusstlosen. In Teil D, dem Anhang, finden sich wichtige Laborparameter. Vom Aufbau her hat sich also nicht viel verändert im Vergleich zur Vorauflage, allerdings wurden die Inhalte aktualisiert und ein paar neue Kapitel (zum Beispiel „Der informierte Patient“) hinzugefügt.

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Rezension: „Physiologie des Menschen, 2. Auflage“

Die 2. Auflage des Lehrbuchs "Physiologie des Menschen" in Farbe.Wer sich noch an die Anfänge des in diesem Beitrag rezensierten Buches erinnert, sitzt nun mit offenem Mund vor der neuesten Ausgabe: Hardcover, Teil 1 und 2 in einem Buch vereint und alles nun auch noch in Farbe!

Zielgruppe:

Primär richtet sich „Physiologie des Menschen“ natürlich an Medizinstudenten, die kurz vor oder mitten im Physiologie-Praktikum stehen. Dennoch kann es auch gut als Nachschlagewerk für Medizinstudenten der höheren Semester dienen.

Aufbau/Didaktik:

Die komplette Physiologie wird in 20 übersichtlichen Kapiteln prägnant und in verständlichen Sätzen, sowie mit vielen farbigen Abbildungen und Merkkästen erklärt. Das müde Studentenauge erfreut sich an gut strukturierten Seiten mit vielen Absätzen und Unterpunkten und natürlich an den liebevoll ausgewählten und thematisch passenden „TheAwkwardYeti“-Comics. Für die Prä-Klausur-Panik finden sich kurze Zusammenfassungen am Ende jedes großen Kapitels. Das Buch ist sehr angenehm zu lesen und zeitweise sogar richtig unterhaltsam gestaltet mit Passagen aus „The Big Bang Theory“ oder Zitaten von Philosophen. Zudem finden sich des Öfteren QR-Codes, die zu Youtube-Videos führen, die das Gelesene „lebendig“ machen. Das Buch unterscheidet sich insgesamt also deutlich von einem meist doch recht trockenem „Standardwerk“.

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Rezension: „Kurzlehrbuch Biochemie“, 4. Auflage

Das Kurzlehrbuch Biochemie (Thieme) gibt es seit Juli 2018 in der 4. Auflage.Seit Mitte letzten Jahres ist die nun 4. Auflage von Thiemes Kurzlehrbuch Biochemie in den Buchläden. Was gibt es Neues und wo steht das Buch im Vergleich zu ähnlichen Büchern? Wir haben das Buch probegelesen.

Zielgruppe:

Medizin- und Zahnmedizinstudenten in den vorklinischen Semestern, denen es vor allem darum geht einen guten Überblick über das Stoffpensum zu erhalten.

Aufbau / Didaktik:

Das Buch gliedert sich in insgesamt 15 Kapitel, wobei das letzte durch den Anhang (chemische Grundlagen, Stoffwechselübersichten etc.) gebildet wird. Die wichtigsten Stoffklassen (Kohlenhydrate, Lipide, Aminosäuren, Enzyme…) werden nach einem einleitenden Kapitel behandelt, zum Ende hin finden diese dann in wichtigen Stoffwechselwegen sowie in der Zell- und Molekularbiologie Verwendung. Das Layout ist im Vergleich zur Vorauflage nochmal etwas anschaulicher geworden, was vor allem an den ausführlichen Einleitungen in die Kapitel liegt. Außerdem sind die Strukturformeln schön übersichtlich dargestellt. „Merke-Kästen“, „Lerncoach“ und „Lerntipps“ dürfen natürlich auch in diesem Thieme-Buch genau wie die Online-Unterstützung in der eRef nicht fehlen. Insgesamt erkennt man eine wohl durchdachte Struktur des Buches, die dem Vorklinik-Studenten genau das vermittelt, weshalb solche Bücher auf dem Markt sind: Einen roten Faden, den man ansonsten im Dschungel der Vorlesungen, Kurse und Praktika schon mal leicht aus den Augen verlieren kann.

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Rezension: „Taschenatlas Anatomie: Nervensystem und Sinnesorgane“

Taschenatlas Anatomie, Band 3: Nervensystem und Sinnesorgane (Thieme)Der 3. Band der Reihe „Taschenatlas Anatomie“ widmet sich der Neuroanatomie und komplettiert damit das Trio aus dem Hause Thieme. Viele Studenten haben vor diesem Teil der Anatomie den größten Respekt und halten ihn für sehr komplex. Wir haben das Buch für Euch getestet.

Zielgruppe:

Medizin- und Zahnmedizinstudenten der Vorklinik.

Aufbau / Didaktik:

Nach einem einleitenden Kapitel mit Grundlagen des Aufbaus und der Entwicklung des Nervensystems folgen insgesamt 11 weitere Kapitel. Dabei werden das Rückenmark, die verschiedenen Hirnanteile, das Gefäß- und Liquorsystem und das vegetative Nervensystem behandelt, bevor es in den abschließenden Abschnitten um das Sehen, Hören und das Gleichgewichtsorgan geht. Natürlich kommt auch wieder die klassische Text-Bild-Aufteilung der Doppelseiten zum Einsatz, wie man sie bereits aus den Vorauflagen und dem ersten und zweiten Band kennt. Wie in den anderen Teilen wirken die Abbildungen zwar auf den ersten Blick etwas angegraut, aber gerade bei Verläufen der Leitungsbahnen oder für die Topographie sind sie enorm hilfreich.

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Online-Petition für ein faires PJ

Mit 3,75 Euro pro Stunde reicht der Verdienst eines Medizinstudenten im PJ meistens nicht mal für die Miete aus.Nach dem 2. Staatsexamen stehen für die Medizinstudenten insgesamt 12 Monate im Rahmen des Praktischen Jahres in einem Krankenhaus oder teils auch in einer Praxis an. Innerhalb dieser 3 Tertiale (à 4 Monate) geht es für die Studenten darum, das theoretische Wissen in die Tat umzusetzen und in der Patientenversorgung erste Erfahrungen und praktische Fähigkeiten zu erwerben. Wie in anderen Studiengängen (zum Beispiel Lehramt oder Jura) gehört dieses Praxisjahr zur Ausbildung innerhalb des Studiums. Ein PJler arbeitet ca. 40 Stunden pro Woche und hat innerhalb dieses Jahres zwar 30 Tage Urlaub, muss diese jedoch auch für Krankheitstage verwenden. Die Bedingungen für das PJ variieren von Krankenhaus zu Krankenhaus stark.

Wenn die Studenten für ihre Arbeit eine Bezahlung bekommen, dann nie mehr als 600 Euro pro Monat. Das entspricht einem Studenlohn von 3,75 Euro, was natürlich weit unter dem gesetzlichen Mindestlohn liegt. Lehramt- oder Jurastudenten erhalten jedoch eine weitaus höhere und fairere Bezahlung während ihres Referendariats. Ohne finanzielle Unterstützung der Eltern ist das Medizinstudium jedoch nicht abzuschließen, dieses System schließt sozial Schwache somit vom Arztberuf aus. Außerdem gibt es nicht überall eine vernünftige Struktur, um durch Kurse und Selbststudium für eine gute Ausbildung zu sorgen.

Um auf diese Probleme hinzuweisen und um das System durch konkrete Punkte zu verbessern, hat die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e. V. (bvmd) eine Online-Petition gestartet.

Unterstützer und Befürworter einer guten und umfassenden Ausbildung für Medizinstudenten im Praktischen Jahr können sich online unter https://www.openpetition.de/petition/online/petition-fuer-ein-faires-praktisches-jahr-im-medizinstudium eintragen und somit die Position der bvmd gegenüber des Bundesministeriums für Gesundheit, dem medizinischen Fakultätentag, der Gesundheitsministerkonferenz, dem Verband der Universitätsklinika Deutschlands und gegenüber der Deutschen Krankenhausgesellschaft zu stärken. Die Petition kann als erster Schritt in die richtige Richtung für ein besseres und faires Medizinstudium gelten.

Rezension: „Anästhesie pocket“

Anästhesie pocketMedizinbücher sind normalerweise dick und schwer: Umso beeindruckender also, wenn sich jemand an einer Kurzversion eines Faches versucht. „Anästhesie pocket“ ist für die (ohnehin meist schon sehr volle) OP-Kasak-Tasche des Anästhesisten konzipiert und deshalb besonders klein und handlich gestaltet.

Zielgruppe:

Dieses Büchlein eignet sich gut für Anästhesie-Assistenzärzte in den ersten Lehrjahren. Für Studenten ist es zu praxisorientiert, um die Grundlagen der Anästhesie zu vermitteln.

Aufbau / Didaktik:

„Anästhesie pocket“ ist in 13 Kapitel aufgeteilt, die anhand von grünen Reitern am rechten Rand auch ohne Inhaltsverzeichnis schnell zu unterscheiden sind. Auf 231 Seiten finden sich stichpunktartig angeordnete Informationen, häufig auch in tabellarischer Form, als Schaubild oder als Diagramm. Die Schrift ist sehr klein und oft sind die Seiten gedrängt voll, was mit Sicherheit an dem Ehrgeiz der Autoren liegt, das Buch als möglichst vollständigen Praxisbegleiter zu präsentieren.
Die Flussdiagramme sind dafür sehr übersichtlich gestaltet und insbesondere die vielen Abbildungen (z.B. verschiedene Kapnometrie- oder arterielle Druck-Kurven mit Erklärungen) werden den hilfesuchenden Assistenten dankbar stimmen. Das farbige Layout ist für das Auge sehr angenehm und lockert insbesondere die textlastigen Seiten etwas auf.

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